Wirtschaft

Übler Verdacht: "Natürlich, die verdienen mit"

Der Leitzins in den USA und wohl auch in Europa wird abermals angehoben. Für einige Kreditnehmer hat das fatale Folgen.
Leo Stempfl
04.05.2023, 07:26
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Es wurde bereits erwartet: Die US-Notenbank "Fed" hat den Leitzins abermals um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Vom Zwei-Prozent-Ziel ist man mit mittlerweile 5,25 Prozent also meilenweit entfernt. Weil die Teuerung in Europa aber um ein vielfaches höher ist, wird auch die Europäische Zentralbank EZB wohl am Donnerstag (zum bereits siebenten Mal in Folge) nachziehen.

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins um 0,25 Prozentpunkte >>

Für Kreditnehmer wäre das ein weiterer herber Rückschlag, Sparer hingegen könnte das freuen. Zu den genauen Auswirkungen für die Bevölkerung war Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic von der Arbeiterkammer im "Ö1-Morgenjournal" zu Gast. 

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Kredite werden teurer

Konsumkredite "werden jetzt natürlich noch teurer werden", sechs bis neun Prozent werden die Zinsen nun betragen. Eine Anpassung nach oben gibt es auch bei Krediten für Häuser und Wohnungen, wenn es einen variablen Zinssatz gibt. Wer einen fix verzinsten Kredit hat, ist natürlich im Vorteil.

Durch die allgemeine Teuerung wird das Haushaltsbudget stark strapaziert, das bringt natürlich auch die Ratenzahlungen in Gefahr. Wenn nötig und möglich, sollten Kunden um Stundungen oder Laufzeitänderung anfragen. Aber aufgepasst: Jede Vertragsänderung kostet ein paar hundert Euro, warnt Zgubic. "Wenn man tatsächlich die Raten nicht zahlen kann, muss man schon schnell reagieren." Einen Umstieg auf einen fix verzinsten Kredit müsse man sich aber vorher gut durchrechnen und überlegen.

"Sehr unbefriedigend"

Die meisten erwarten auch von der EZB am Donnerstag ein Anstieg von einem Viertelprozentpunkt. Im Juni könnte es wegen der hohen Inflation sogar noch einen weitern Schritt geben. Hier müsse man noch die Entwicklung der wirtschaftliche Situation abwarten.

Kurios: Gebühren und Raten werden relativ schnell erhöht, Sparzinsen aber nur sehr langsam angepasst. Das sei "sehr unbefriedigend", resümiert Zgubic. Die Sparkonditionen gehen derzeit weit auseinander, immerhin bietet ein AK-Vergleich einen guten Überblick. "Natürlich, die Banken verdienen damit."

Unter Umständen sollte man überlegen, sich ein Sparkonto bei einem anderen Institut anzulegen. Wer kann, sollte sich gar eine mehrmonatige oder Jahres-Bindung anschauen. Wer darauf spekuliert, dass die Zinsen noch steigen, sollte hingegen lieber noch zuwarten.

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