Die Wut-Attacke von Vereinschef Nasser Al-Khelaifi und Sportdirektor Leonardo nach dem Champions-League-Aus von Paris Saint-Germain ist nun ein Fall für die UEFA-Strafverfolger. Gegen die beiden Spitzenfunktionäre und den französischen Meister sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, bestätigte ein Sprecher der UEFA am Freitag. Zuvor hatte der Verband den Bericht von Schiedsrichter Danny Makkelie zu den Vorfällen nach dem 1:3 von PSG im Achtelfinalrückspiel bei Real Madrid geprüft.
Berichten spanischer und französischer Medien zufolge sollen der katarische Vereinspräsident Al-Khelaifi und der brasilianische PSG-Sportdirektor Leonardo versucht haben, in die Kabine der Unparteiischen zu gelangen. Die beiden seien "sehr aggressiv" gewesen und blockierten die Tür, als der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie die PSG-Verantwortlichen gebeten hatte, die Garderobe zu verlassen. Einzelne Medien wie "Caughtoffside" berichten gar, dass Al-Khelaifi den Schiedsrichter geschlagen haben soll.
Damit aber noch nicht genug: Ein Mitarbeiter von Real Madrid soll den Ausraster von Nasser Al-Khelaifi gefilmt haben. Als dieser das bemerkte, reagierte der Katari mit der Drohung: "Ich bringe dich um!" Seine Bodyguards mussten den PSG-Boss wieder einfangen und beruhigen. Auf die Aufforderung der PSG-Verantwortlichen, das Video zu löschen, machte dies der Real-Mitarbeiter aber nicht. Stattdessen landete das Video bei der UEFA.
Über den genauen Hergang gibt es widersprüchliche und bislang nicht bestätigte Informationen. Laut UEFA-Rechtsordnung können Beleidigungen oder andere Verstöße gegen die Verhaltensregeln mit Geldstrafen oder auch Sperren geahndet werden. Der Unmut der PSG-Verantwortlichen soll sich am Tor zum Ausgleich entzündet haben, weil sie dort ein Foul am italienischen PSG-Torwart Gianluigi Donnarumma gesehen hätten. Real-Captain Karim Benzema hatte danach auch die weiteren beiden Tore erzielt und die Gastgeber noch in den Viertelfinal gebracht.