Die britische Regierung setzt ab dem 6. November neue Strafbestimmungen für bestimmte Arten von Pornografie in Kraft. Verboten sind künftig unter anderem Darstellungen von Würgen oder Strangulation sowie Inhalte, in denen Erwachsene als Minderjährige dargestellt werden.
Auch Szenen mit sexuellen Handlungen zwischen vermeintlichen Stief- oder Pflegeverwandten, bei denen eine Person vorgibt, unter 18 zu sein, fallen unter das neue Verbot. Die Strafen sind drastisch: Für den Besitz drohen zwei bis drei Jahre Haft, für die Veröffentlichung bis zu fünf Jahre.
Nach Angaben von AVN kritisierte der auf Erwachsenenunterhaltung spezialisierte Anwalt Corey Silverstein die kurze Vorbereitungszeit scharf: "Ich bin zutiefst enttäuscht über die Entscheidung der britischen Regierung, der Branche ein so kurzes Vorbereitungsfenster zu geben." Nur drei Wochen vor Inkrafttreten sei es für Unternehmen kaum möglich, rechtliche Beratung einzuholen, Inhalte zu prüfen und notwendige Änderungen umzusetzen.
Silverstein betonte auch, dass diese Maßnahmen fiktive Szenarien zwischen einwilligenden Erwachsenen betreffen. Das werfe ernste Fragen zur Meinungsfreiheit auf. Bei drohenden Strafen sei eine so kurze Frist besonders schwer zu rechtfertigen.
Laut dem Gesetz müssen alle Inhalte, die unter die neuen Verbote fallen, vor dem 6. November dauerhaft gelöscht werden. Das Justizministerium stellte klar: Wer solche Bilder besitzt, muss sie permanent löschen. Wer sie weiterhin veröffentlicht, muss die Publikation stoppen. Das Gesetz definiert Besitz und Veröffentlichung als "fortlaufende Handlungen" - wer nicht rechtzeitig handelt, macht sich strafbar.