Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch wollte am Wochenende das Land per Flugzeug verlassen - er wurde gestoppt. Gerüchten zufolge ist er jetzt auf der Halbinsel Krim festgenommen worden. Er wurde wegen Massenmordes gesucht.
wollte am Wochenende das Land per Flugzeug verlassen - er wurde gestoppt. Gerüchten zufolge ist er jetzt auf der Halbinsel Krim festgenommen worden. Er wird nun wegen Massenmordes gesucht.
Gegen den abgesetzten langjährigen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, ist Haftbefehl erlassen worden. Dies teilte der Innenminister der Übergangsregierung am Montag mit.
Der abgesetzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ist unbestätigten Berichten zufolge auf der Krim gesehen worden. Der oppositionelle Abgeordnete Wolodim Kurennoj teilte am Montag auf seiner Facebook-Seite mit, er habe unbestätigte Informationen, denen zufolge Janukowitsch auf der Krim festgenommen worden sein soll. Sprecher des Innenministeriums und der Sicherheitskräfte auf der Krim teilten indes auf Anfrage mit, ihnen lägen keine derartigen Informationen vor.
Das Nachrichtenportal liga.net meldete indes, Janukowitsch sei in Begleitung von russischen Marinesoldaten in der Hafenstadt Sewastopol gesehen worden. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.
Janukowitsch war am Freitag in den Osten des Landes geflohen und untergetaucht. Am Wochenende versuchte er, das Land mit einem Flugzeug zu verlassen, wurde aber von Grenzbeamten gestoppt.
Die Chronologie der Flucht
Freitag, 21.2.2014, abends: Janukowitsch und enge Vertraute, darunter Präsidialamtschef Andrej Kljujew, fliegen mit Hubschraubern in die ostukrainische Millionenstadt Charkow (Charkiw). Dort wollen sie am Samstag an einem Kongress von regierungstreuen Gouverneuren, Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem prorussischen Osten und Süden teilnehmen.
Samstag, 22.2., tagsüber: Janukowitsch hält sich in einer Staatsresidenz in Charkow auf. Eine Teilnahme am Kongress lehnt er nun ab. Der abgesetzte Präsident gibt ein Interview und betont, er werde weder zurücktreten noch das Land verlassen. Später fliegt er per Hubschrauber in die Stadt Donezk.
Samstag, 22.2., abends: Gemeinsam mit bewaffneten Leibwächtern will Janukowitsch am Flughafen Donezk in zwei VIP-Maschinen vom Typ "Falcon" umsteigen. Der Grenzschutz verweigert die Abfertigung - wegen angeblich fehlender Dokumente. Janukowitsch wird in einer gepanzerten Limousine in eine Residenz gefahren. Nach mehreren Stunden bricht er in Richtung der Halbinsel Krim auf.
Sonntag, 23.2., tagsüber: Janukowitsch trifft auf der Krim ein, er sucht Zuflucht in einem privaten Erholungsheim. Staatliche Gebäude meidet er. Als er erfährt, dass die interimistischen Chefs von Innenministerium und Geheimdienst auf dem Weg zur Krim sind, fährt Janukowitsch in Richtung des internationalen Flughafens Sewastopol - doch dort landen bereits die neuen Machthaber.
Sonntag, 23.2., abends: Der gestürzte Präsident bricht die Fahrt ab und lässt sich zu einer Privatresidenz bei Balaklawa bringen. Er bietet seinen Leibwächtern an zurückzubleiben und verzichtet schriftlich auf staatlichen Schutz. Ein Teil der Sicherheitskräfte zieht daraufhin ab. Die übrigen Wachen und Kljujew besteigen gemeinsam mit Janukowitsch insgesamt drei Fahrzeuge und fahren in unbekannte Richtung davon.
Montag, 24.2. vormittags: Das Innenministerium teilt mit, dass Janukowitsch wegen "Massenmordes" zur Fahndung ausgeschrieben sei. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet.