Ukrainische Matrosen "gestehen" Provokation

Die Krise zwischen Russland und der Ukraine könnte sich zuspitzen. Warum das aber weder Putin noch Poroschenko nützt, erklärt der Politologe Gerhard Mangott.

Russland müsste im Falle einer Eskalation der Ukraine-Krise neue Sanktionen fürchten – vielleicht nicht vonseiten der EU, sondern eher der USA. Das erklärt Politologe und Russland-Experte Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck im "Ö1 Morgenjournal" am Mittwoch.

In den USA werde gerade ein Gesetz gegen russische Banken diskutiert. "Die Furcht vor Sanktionen sollte Russland dazu bewegen, diesen Konflikt nicht zu eskalieren", so der Experte.

Aber: Ein "schwelender Konflikt" könnte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin helfen, "seine Zustimmungsraten zu verbessern". Ein offener Krieg mit der Ukraine könnte ihm "sehr stark schaden". Auch die Ukraine könne von dem Konflikt profitieren. "Präsident Petro Poroschenko steht vor einer Wahl, seine Zustimmungswerte sind sehr schlecht. Er kann sich als Kriegspräsident präsentieren", so Mangott. Der Konflikt hätte damit auch eine innenpolitische Facette.

Trump droht

US-Präsident Donald Trump hat indes mit der Absage eines Treffens mit Putin gedroht. In einem Interview mit der US-Zeitung "Washington Post" sagte Trump am Dienstag, er warte auf einen Bericht seiner Sicherheitsberater zum Zwischenfall mit russischen und ukrainischen Schiffen vor der Halbinsel Krim. Dieser werde "sehr entscheidend" sein – "vielleicht" werde das Treffen mit Putin nicht stattfinden.

Video-"Geständnis" von inhaftierten Marinesoldaten

Die gegenwärtige Krise zwischen Russland und der Ukraine hatte am Sonntag mit einer Marine-Konfrontation im Schwarzen Meer begonnen. Russische Streitkräfte beschossen vor der Halbinsel Krim drei ukrainische Marineschiffe und brachten die Schiffe in ihre Gewalt.

Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden dabei verletzt, 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Russland wirft den Ukrainern seinerseits eine Grenzverletzung und "Provokation" vor.

In mehreren Videos lässt Russland die gefangen genommenen ukrainischen Matrosen ein "Geständnis" ablegen, dass sie die russischen Streitkräfte bewusst provoziert und in russische Gewässer eingedrungen seien.

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(red/chk/sda)

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