Wien

Wienerin füllt Wohnung mit Spenden für die Ukraine an

Bei der gebürtigen Polin stapeln sich die Sachspenden und es werden immer mehr. Den Transport der Hilfsgüter übernimmt sie selbst – auch finanziell.
01.03.2022, 17:25

Kisten voller Hygieneartikel, Verbandsmaterial und warme Decken: Nach ihrem Spendenaufruf für geflüchtete Ukrainer türmen sich bei Kinga Ignasiak (40) in der Langobadensraße (Donaustadt) die Hilfsgüter. Ihre Wohnung ist gleichzeitig der Sitz ihres gemeinnützigen Vereins "Caring Hands". Die Spenden sortiert sie Tag und Nacht im Wohnzimmer: "Medikamente, Verbandsmaterial, Windeln, Decken und Hygieneartikeln haben die höchste Priorität", erklärt Kinga beim Besuch von "Heute". Was sich hier angesammelt hat, ist aber noch längst nicht alles.

Angst und Gastfreundschaft in Polen

Kinga hat Sammelstellen in mehreren Bezirken (12, 14, 15, 19, 20, 21, 22) und in Baden organisiert. "Mit so viel habe ich nicht gerechnet. Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich. Aktuell plane ich fünf Transporte, die Hilfsorganisationen in Polen anfahren", schildert die freiwillige Helferin. Mehr als 280.000 Geflüchtete sollen seit Putins Angriff in das Nachbarland geflüchtet sein. "Wir Polen sind gastfreundlich und viele haben Angst, dass Putin als nächstes auf sie schießt", weis Kinga zu berichten, die auch nach 25 Jahren in Wien vor Ort Familie und Freunde hat.

Den ersten Transporter haben Kinga Ignasiak und ihr Lebensgefährt Michael am Freitag in Richtung Polen geschickt.
Privat

"Ich höre nicht auf, bis es besser wird"

Um alles zu bewältigen, hat sich die Wienerin frei genommen, am Freitag will sie selbst nach Polen fahren. Die anderen Fahrten inklusive Benzin bezahlt sie aus eigener Tasche. "Wenn eine Transportfirma mich unterstützen könnte, wäre das eine sehr große Hilfe. Wenn es so weiter geht, brauche ich bald einen LKW", schildert Kinga erschöpft aber lächelnd.

Trotz der vielen Arbeit denkt die gebürtige Polin nicht ans Aufhören: "Die Situation in der Ukraine wird immer schlimmer, also sammle ich weiter. Das alles tut mir im Herzen weh und ich höre nicht auf, bis es besser wird", ist sie entschlossen. Dringend benötigt werden weiterhin Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Decken, haltbare Speisen für Kinder und Malbücher. Bei gespendeter Kleidung ist Kinga streng: "Die Sachen müssen in gutem Zustand und sauber sein. Die Ukrainer haben alles verloren. Sie verdienen es, mit Würde behandelt zu werden."

Kinga half schon im Jahr 2015 bei der Versorgung von Flüchtlingen. Dass sie auch jetzt hilft, war für sie sofort klar: "Ich habe keine Sekunde gezögert. Das was man hat, kann man teilen. Das reicht schon aus, um zu helfen", erklärt sie ihren Antrieb.

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