Vor einer knappen Woche haben Maskierte Verwaltungsgebäude in den ostukrainischen Städten Charkow und Donezk gestürmt. Am Samstag schlugen wieder Männer in Tarnuniform zu, besetzten die Polizeidirektion um von dort Waffen zu holen und stürmten dass das Hauptquartiert des Geheimdienstes in Slawiansk (Slowjansk) in der Region Donezk. In mehreren Städten kam es zu Kämpfen. Gleichzeitig tobt ein Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine.
. Am Samstag schlugen wieder Männer in Tarnuniform zu, besetzten die Polizeidirektion um von dort Waffen zu holen und stürmten dass das Hauptquartiert des Geheimdienstes in Slawiansk (Slowjansk) in der Region Donezk. In mehreren Städten kam es zu Kämpfen. Gleichzeitig tobt ein Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine.
Die Russen schraubten den Gaspreis nach oben, dafür zahlen die Ukrainer jetzt gleich gar nicht mehr.
Zuerst Sturm auf Polizeidirektion, um Waffen zu ergattern, dann ging es weiter
Zuerst stürmten die prorussischen Aktivisten die Polizeidirektion, konnten aber überredet werden, die Polizeistation wieder zu verlassen. Kurz danach besetzten sie das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU. "Die gleiche Gruppe stürmte das SBU-Gebäude in Slowjansk", berichtete die Regionalpolizei in Donezk in einer Mitteilung. Kurz zuvor berichteten die Beamten zudem, die Aktivisten hätten aus dem besetzten Polizeigebäude mindestens 400 Handfeuerwaffen und 20 automatische Waffen an sich gerissen. "Das Ziel der Erstürmung waren die Waffen", so ein Polizist. "Sie geben diese Waffen an die Protestierenden in Slowjansk."
Bewaffnete griffen in mehreren Städten Polizisten an
Im Laufe des Samstag kam es dann noch in mehreren Städten der Ostukraine zu Kämpfen. Wie Innenminister Arsen Awakow am Samstagabend mitteilte, fanden die Kämpfe vor allem in den Städten Kramatorsk und Krasnyi Lyman in der Region Donezk statt. In den beiden Städten hätten prorussische Bewaffnete Polizeiwachen angegriffen. Demnach waren dabei russische Waffen im Einsatz. Im Online-Netzwerk Facebook sprach Awakow von einer "Aggression der Russischen Föderation". Angaben über mögliche Verletzte machte er nicht.
NATO zog 40.000 Soldaten an Grenze zusammen
Innenminister Arsen Awakow will hart durchgreifen. Es gebe einen Unterschied zwischen Demonstranten und Terroristen, so Awakow auf Facebook. Die prorussischen Demonstranten wollen sich will. Russland hat nach NATO-Angaben inzwischen 40.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen.
USA: Sanktionen trotz russischer Unschuldsbeteuerung
Glaubt man dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, haben die Ostukrainer nichts zu befürchten. Sein Land wolle, so Lawrow, dass die Ukraine als Ganzes erhalten bleibe. Die USA reagiert trotzdem mit Sanktionen. Sie betreffen sieben Krim-Separatisten und das Gasunternehmen Tschernomorneftegas mit Sitz auf der Halbinsel. Auch Russland drohte die Regierung in Washington mit weiteren Strafmaßnahmen, sollte Moskau den Ukraine-Konflikt verschärfen.
Spindelegger: Europa tritt für Deeskalation ein
So scharf wird in der EU nicht geschossen, meinte Vizekanzler Spindelegger (ÖVP). Die europäische Position unterscheide sich "mit Sicherheit" von jener der USA. Die EU wolle das "Miteinander stärker in den Vordergrund rücken", sagte Spindelegger im Ö1-Morgenjournal. Europa trete für eine Deeskalation und stabile Verhältnisse ein, damit der demokratische Prozess in der Ukraine fortgesetzt werden könne.
Ukrainer weigern sich für russisches Gas zu zahlen
Sicher nicht deeskalierend ist der Streit, der zwischen der Ukraine und Russland wegen des Gases tobt. Die Russen schnalzten den Preis für Erdgas aus Russland von 268 auf 485 Dollar pro Kubikmeter nach oben. Die Ukraine sieht das nicht ein und zahlt deshalb gar nichts mehr, solange die Preise nicht neu verhandelt werden.
Preisnachlässe wegen Krim jetzt hinfällig
Russland hatte die Halbinsel als Stützpunkt für seine Schwarzmeerflotte genutzt und im Gegenzug einen Preisnachlass auf Erdgas gewährt. Die Ukraine liegt finanziell am Boden und schuldet Russland 2,2 Milliarden Dollar für Gaslieferungen.
Putin will Geld für Gas im Vorhinein
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag angekündigt, die Ukraine künftig nur noch gegen Vorkasse mit Gas zu beliefern und notfalls die Versorgung zu drosseln. Dies hatte auch im Westen für heftige Kritik gesorgt, zumal damit auch die Gaslieferungen an Westeuropa gefährdet sein könnten. Die EU bezieht ein Drittel ihres Bedarfs an Gas aus Russland. Davon fließen rund 50 Prozent über die Ukraine. Österreich speist rund die Hälfte seines Energiebedarfs aus Russland.
APA/red.