60 ukrainische Drohnen hat die russische Luftabwehr in der Nacht zum Dienstag über Moskau abgefangen – doch zumindest eine traf ihr Ziel: Eine vom Staatskonzern Gazprom betriebene Ölraffinerie im Verwaltungsbezirk Kapotnja im Südosten der russischen Hauptstadt wurde beschädigt und geriet in Brand.
Laut Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Die Nachrichtenagentur Tass sprach von einem der größten Angriffe auf die russische Hauptstadt in diesem Jahr.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannte sich zu der Attacke. Die Region Moskau habe die Reichweite der ukrainischen Langstreckenwaffen zu spüren bekommen, schrieb er: "Eine Ölraffinerie wurde aus einer Entfernung von 500 Kilometern getroffen." Er bezeichnete den Angriff als "angemessene Antwort auf die russischen Angriffe" auf die Ukraine.
Die ukrainische Attacke erfolgte als Reaktion auf eine schwere russische Angriffswelle am Montag, bei der in der Ukraine elf Menschen getötet wurden. Dabei geriet auch die Mariä-Entschlafens-Kathedrale des zum Weltkulturerbe gehörenden Höhlenklosters in Kyjiw in Brand.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren fast täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet, insbesondere auf Ziele der Öl- und Energieinfrastruktur.