Niederösterreich

Ukrainer bekam mit 1 Schlepperfahrt ganzes Jahresgehalt

Ein fünffacher Vater (38) verdiente als Busfahrer in der Ukraine 100 Euro im Monat. Für eine Schlepperfahrt kassierte er dafür ein Jahresgehalt.

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Der Angeklagte
Der Angeklagte
Trimmel Sascha

Ein Ukrainer saß gestern wegen Schlepperei am Landesgericht Korneuburg auf der Anklagebank: Der Mann war Mitglied einer größeren, kriminellen Organisation und soll laut Anklage sechs Schlepperfahrten durchgeführt haben.

Laut Beamten im Zeugenstand waren die Autos dafür extra umgebaut worden, rund zehn bis 15 Flüchtlinge wurden in einen VW oder Renault gepfercht, ohne Gurte, ohne Luftzufuhr. Damit die Flüchtlinge keine Luft zum Reden hatten, wurde extra die Heizung aufgedreht. Mehrere Flüchtlinge waren dadurch in Lebensgefahr.

Fahrt ohne Pause

Über Ungarn und Tschechien wurden die Männer aus Syrien, Libanon, Ägypten ohne Pause nach Österreich gebracht, getankt wurde nur am Tankautomaten wegen der Videokameras.

    Die Polizei verhaftete 15 Schlepper.
    Die Polizei verhaftete 15 Schlepper.
    LKA NÖ, EB 10

    Der Polizist erklärte weiter vor Gericht: „Diese Schleppermafia hat stets rund 15 Fahrzeuge in Bewegung, hat immer Back-up-Fahrzeuge.“

    "Verdiente 100 Euro als Busfahrer in Ukraine"

    Der bis dato unbescholtene Angeklagte zeigte sich beim Prozess umfassend geständig und erklärte vor Gericht: „Ich habe fünf Kinder, verdiente als Busfahrer in meiner Heimat gerade einmal 100 € im Monat.“ Für einen Geschleppten hätte er 100 Euro bekommen - sprich pro Fuhre rund ein Jahresgehalt.

    Insgesamt hatte die Exekutive Ende 2021 knapp 20 Schlepper derselben Bande festnehmen können und über zehn Autos aus dem Verkehr ziehen können (Heute“ berichtete).

    Richter Manfred Hohenecker urteilte mit Augenmaß: Drei Jahre unbedingte Haft (rechtskräftig) für den 5-fachen Vater.