Reaktorblock Drei im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja (Saporoschje), dem leistungsstärksten Kernkraftwerk Europas, ist nach der zwischenzeitlichen Abschaltung infolge einer Panne wieder am Netz und "arbeitet normal". Der Reaktor hatte sich nach einem Kurzschluss am 28. November automatisch abgeschalten.
Reaktorblock Drei im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja (Saporoschje), dem leistungsstärksten Kernkraftwerk Europas, ist nach der zwischenzeitlichen Abschaltung infolge einer Panne wieder am Netz und "arbeitet normal". Der Reaktor hatte sich nach einem Kurzschluss am 28. November automatisch abgeschalten.
Der ukrainischen Regierung zufolge hatte keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Der Vorfall soll nicht mit der eigentlichen Stromerzeugung zusammengehangen sein, sondern mit dem Stromverteilungssystem des Kraftwerks auf der Krim. Radioaktivität soll nicht ausgetreten sein.
Die 34 Jahre alte Anlage gilt als leistungsstärkstes AKW Europas, sie liegt 70 Kilometer außerhalb der Stadt in Enerhodar. Der russische Atomexperte Wladimir Kuznetsow hatte im heurigen März im Deutschen Bundestag von "massiven Sicherheitslücken" in den ukrainischen Kernkraftwerken berichtet.
Die sechs Reaktoren von Saporischschja gelten zwar als eine Spur moderner als die in den 60er-Jahren in der Sowjetunion entwickelten Kernreaktoren vom Typ RBMK, die im Kraftwerk von Tschernobyl zum Einsatz kamen. Das Kernkraftwerk war aber bereits vor Jahren in die Schlagzeilen geraten. Damals war in einem nahen Waffendepot der ukrainischen Armee Feuer ausgebrochen. Geschosse machten sich selbstständig und flogen unkontrolliert umher.
Das Kernkraftwerk hat insgesamt sechs Blöcke vom Typ WWER-1000/320. Diese haben eine elektrische Leistung von jeweils 1.000 Megawatt und eine thermische Leistung von je 3.200 Megawatt. Die thermische Gesamtleistung der Anlage von fast 20 Gigawatt erfordert enorme Mengen Kühlwasser, die dem Fluss Dnepr, der an dieser Stelle extra verbreitert wurde, entnommen werden.
Zentrum der Schwerindustrie
Die Leichtwasserreaktoren haben eine elektrische Gesamtleistung von 6.000 Megawatt brutto (5.700 MW netto) und bilden somit zusammengerechnet die leistungsstärkste Kernkraftwerksanlage Europas. Seine Lage im Osten des Landes ist kein Zufall: Dort befindet sich das Zentrum der Schwerindustrie.
Brennstäbe aus Russland
Die von den Reaktoren benötigten Brennstäbe werden aus Russland geliefert und die abgebrannten Brennstäbe werden zurück nach Russland zur Aufarbeitung geschickt. Die ukrainischen Nuklearexperten wurden bisher in Sewastopol auf der Krim ausgebildet. Immerhin knapp die Hälfte des Stroms wird in der Ukraine nuklear produziert.