Herbert Grönemeyer kann gar nicht so viel nuscheln, dass wir nicht verstehen würden: Männer sind etwas sonderbar. "Die Ärzte" wagen gar einen Vergleich mit Schweinen, der Volksmund spricht noch von viel übleren Dingen. Wies Ulrich Seidl mit der Spezies hat, zeigt er ab heute im Festwochen-Kracher "Böse Buben/Fiese Männer".
Versagensängste, Gewaltfantasien, Zwänge, unerfüllte Träume, - liebe Männer, klingelts schon? Mehr davon und von all den anderen Dingen, die lieber verborgen bleiben, zerrt Cannes-Starter Ulrich Seidl ("Paradies: Liebe") heute in der Uraufführung seines Festwochen-
Stücks ans Tageslicht: Wie kriegt man frau am schnellsten ins Bett? Wie wird man sie wieder los und warum hat man sie überhaupt an der Backe?
Fragen über Fragen, auf die im Theater Akzent ein zynischwahrer Blick geworfen wird. Männer gestehen, Männer geben Einblick in ihr Dilemma, Männer laden an den Abgrund. Und gehen dafür in den "fetischisierten Keller als Ort der ungebremsten Überlegenheit". Das Werk basiert auf David Foster Wallaces "Kurze Interviews mit fiesen Männern".