Österreich

Ulrichsberg-Vandalen wegen Sachbeschädigung verurteilt

Heute Redaktion
14.09.2021, 12:49

In Klagenfurt mussten sich am Dienstag sieben Jugendliche und junge Erwachsene vor Gericht verantworten. Sie brachen im Oktober in die Gedenkstätte am Ulrichsberg ein und besudelten Gedenktafeln mit Farbbeuteln. Rund um den Prozess kochten zwischen linken und rechten Gruppierungen die Emotionen hoch.

Die Angeklagten im Alter zwischen 15 und 21 Jahren hatten in der Nacht auf den 9. Oktober Zugang zum sogenannten Ehrenhain verschafft und die Tür der Gedenkkirche aufgebrochen. Die dortigen Gedenktafeln bewarfen sie mit roten und schwarzen Farbbeuteln. Es entstand Sachschaden von 2.000 Euro.

Die fünf Burschen und zwei Mädchen – darunter ein bereits polizeibekannter gebürtiger Deutscher – wurden wegen Sachbeschädigung angezeigt. Jetzt fällte ein Richter das Urteil.

Sozialdienst und Geldstrafe

Drei der Angeklagten wurden zu einer Diversion, einer Schadensersatzzahlung von je 150 Euro an die Ulrichsberg-Gemeinschaft, sowie gemeinnützigem Dienst im Umfang von 40 Stunden verdonnert. Zwei anderen wurde schon im Vorfeld eine Diversion angeboten, da sie als Zeugen ausgesagt hatten. Nummer sechs fasste eine bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten aus, da er eine Freundin angestiftet hatte, ihm ein falsches Alibi zu geben. Der Letzte im Bunde muss 320 Euro Strafe zahlen und ebenso die Verfahrenskosten schultern. Es gab keine Einsprüche gegen das Urteil.

Der Richter begründete seine Entscheidung folgendermaßen: Es handle sich bei dem vorliegenden Fall um eine Totengedenkstätte. Dabei sei es unwichtig welcher Toten hier öffentlich gedacht werde, deshalb wäre der Tatbestand der schweren Sachbeschädigung für ihn erfüllt.

Urteil sei "Geschichtsrelativierung"

Die linken Gruppierung "AK gegen den Kärntner Konsens" läuft gegen diese Entscheidung Sturm. Sie sehen in dem Urteil eine "klare Geschichtsrelativierung" durch den Richter. Wer nur von Toten spreche, aber den historischen Kontext komplett außer acht lassen würde, der verwische die Grenzen zwischen Tätern und Opfern des Nationalsozialismus, heißt es in einer Aussendung.

Vor dem Gericht herrschte deshalb großer Andrang, die Ausweise aller Zuschauer wurden kopiert. Auch der Verfassungsschutz war vor Ort, wie "ORF.at" berichtet.

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