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Ultimatum für Rücktritt von Janukowitsch gestellt

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:48

Die ukrainische Polizei hat am Mittwochmorgen Barrikaden der Regierungsgegner in Kiew durchbrochen. Bei anschließenden gewaltsamen Auseinandersetzung wurden fünf Demonstranten getötet, wie Ärzte bestätigten. Außerdem soll es 300 Verletzte geben. Die Opposition stellte Präsident Janukowitsch bis Donnerstagabend ein Rücktritts-Ultimatum.

durchbrochen. Bei anschließenden gewaltsamen Auseinandersetzung wurden fünf Demonstranten getötet, wie Ärzte bestätigten. Außerdem soll es 300 Verletzte geben. Die Opposition stellte Präsident Janukowitsch bis Donnerstagabend ein Rücktritts-Ultimatum.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat bestätigte nur, dass in Kiew zwei Menschen erschossen worden sind. Die Leichen seien nach Ausschreitungen zwischen Polizei und radikalen Regierungsgegnern in einem Gebäude sichergestellt worden.

Die Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch erklärten, Scharfschützen der Polizei hätten zumindest einen der getöteten Demonstranten aus dem Hinterhalt erschossen. Ein dritter soll bei den Krawallen von einem Fußballstadion in den Tod gestürzt sein. Ärzte gaben zwei weitere Todesfälle bekannt.

Gegenseitige Beschuldigungen

"Als ukrainischer Premierminister teile ich offiziell mit, dass die Verantwortung für die Opfer, die es leider bereits gibt, bei den Organisatoren und Teilnehmern der Massenunruhen liegt", sagte Ministerpräsident Mykola (Nikolai) Asarow bei einer Kabinettssitzung. Die Opposition teilte hingegen mit: "Für die Erschießung ukrainischer Bürger werden sich Präsident Viktor Janukowitsch und Innenminister Vitali Sachartschenko verantworten müssen".

Oppositionsführer Vitali Klitschko forderte am Mittwochabend Janukowitsch ultimativ auf, bis Donnerstagabend zurückzutreten. "Wenn Janukowitsch keine Zugeständnisse macht, gehen wir morgen in die Offensive", rief der Ex-Boxweltmeister der Menschenmenge entgegen.

Regierung will hart gegen "Provokateure" vorgehen

Die Regierung hatte zuvor ein hartes Vorgehen gegen "Provokateure" angekündigt. Trotz Demonstrationsverbots harrten erneut tausende Regierungsgegner in der Nacht bei eisigen Temperaturen im Stadtzentrum aus. Vereinzelt schleuderten Demonstranten Steine und Brandsätze auf Polizisten, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein.

Wegen brutaler Polizeieinsätze hat die US-Botschaft die Visa mehrerer ukrainischer Behördenvertreter annulliert. Das teilte die US-Vertretung am Mittwoch in der Hauptstadt der früheren Sowjetrepublik mit. Es handle sich um eine Reaktion auf Übergriffe gegen friedliche Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) im November und Dezember 2013. Gegen wen sich die Sanktionen konkret richten, teilte die Botschaft nicht mit. Die US-Gesetzgebung lasse eine solche detaillierte Veröffentlichung nicht zu, hieß es.

 
Die. Die Demonstranten kritisierten die Entscheidung von Präsident Viktor Janukowitsch, ein über Jahre ausgehandeltes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Am Dienstag trat ein Gesetzespaket in Kraft, das die Rechte der Demonstranten einschränkt. Außerdem hatte ein Gericht Mitte vergangener Woche ohne Angaben von Gründen entschieden, dass im Zentrum der Hauptstadt Kiew bis zum 8. März nicht mehr demonstriert werden dürfe.

Die von wird nun immer wahrscheinlicher.

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