Formel 1

Um WM-Titel betrogen? Jetzt will Ex-F1-Star klagen

Felipe Massa hat elf Rennsiege in der Formel 1 eingefahren, ein WM-Titel ist dem Brasilianer aber nicht gelungen. Nun will der 42-Jährige aber klagen. 
Heute Redaktion
18.08.2023, 18:42
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Massa war im Jahr 2008 nämlich besonders nahe an der Krönung seiner Karriere dran, musste sich schließlich mit dem Vize-Weltmeistertitel begnügen. Das dramatische Titel-Finale 2008, in dem sich Felipe Massa in Sao Paulo bereits als Weltmeister wähnte, ehe Hamilton auf den letzten Metern noch Timo Glock überholte und sich damit zum Champion krönte, ist vielen noch in bester Erinnerung. Am Ende trennte ein Punkt die beiden Piloten. 

Dieses Rennen ist es aber nicht, das Massa sauer aufstößt. Der 42-jährige Brasilianer, der 2017 seine Formel-1-Karriere beendete, fühlt sich nämlich nach neuen Erkenntnissen zur "Crashgate"-Affäre um seinen Titel betrogen und möchte nun nachträglich zum Weltmeister erklärt werden. Dass ein Rechtsstreit bevorsteht, teilte der ehemalige Ferrari-Pilot nun in einem an den Motorsport-Weltverband FIA und die Formel 1 gerichteten Brief mit. – Massa erhöht den Druck, will nun eine millionenschwere Entschädigung. 

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Ecclestone-Aussagen zu "Crashgate"

Zur Erinnerung: Die "Crashgate"-Affäre passierte im Rahmen des Grand Prix von Singapur. Renault-Pilot Nelson Piquet Junior verursachte damals absichtlich und auf Anweisung des Rennstalls einen Unfall, löste damit eine Safety-Car-Phase aus, die seinem Teamkollegen Fernando Alonso den Sensationssieg ermöglichte. Ferrari-Pilot Massa fiel in der Phase der Boxenstopps aus den Punkten. 

Der Grund, warum Massa den Fall nach 15 Jahren noch einmal neu aufrollen will, sind Aussagen des ehemaligen Formel-1-Bosses Bernie Ecclestone gegenüber "F1 Insider". Der erklärte im März, dass er und der damalige FIA-Präsident Max Mosley schon im Laufe des Jahres 2008 Kenntnis über die Vorgänge von Singapur hatten, allerdings keine Ermittlungen einleiteten. "Wir hatten rechtzeitig Informationen, um die Angelegenheit zu untersuchen, nach den Statuten hätten wir das Rennen in Singapur unter diesen Umständen annullieren müssen", enthüllte der 92-Jährige vor knapp einem halben Jahr. Bei einer Annullierung des Rennens hätte Hamilton die Punkte für Platz zwei verloren und wäre so nicht Weltmeister geworden. Der "Crashgate"-Skandal wurde 2009 öffentlich, hatte keine Auswirkung auf die WM-Wertung. 

Kurios dabei: Gegenüber "Reuters" erklärte Ecclestone nun, sich an die Aussagen vom März nicht erinnern zu können. Außerdem sei er nicht von Massas Anwälten kontaktiert worden. 

Massa macht Millionen-Schaden geltend

Massa will den Fall nun neu aufrollen. In dem Schreiben, aus dem mehrere Medien zitieren, heißt es unter anderem: "Herr Massa ist der legitime Formel-1-Weltmeister der Saison 2008 und die Formel 1 und die FIA haben das Fehlverhalten, das ihm den Titel kostete, bewusst ignoriert." 

In dem Brief wird nun die Möglichkeit einer Klage angedeutet. Massa geht es nicht nur darum, nachträglich als Weltmeister bezeichnet zu werden. Der 42-Jährige macht Schadensersatzforderungen geltend. Dem ehemaligen Ferrari-Piloten seien Einnahmen, die "wahrscheinlich im zweistelligen Millionen-Bereich" liegen, entgangen. Außerdem habe Massa Rufschädigung erlitten, verlangt nun eine Antwort der Formel 1 und der FIA.