Politik

Umfrage-Beben – SPÖ zieht an ÖVP vorbei auf Platz 1

Die ÖVP stürzt nach Chat-Skandal nun auch im Pandemie-Management weiter ab. In einer neuen Umfrage überholt die SPÖ die Türkisen.
Rene Findenig
20.11.2021, 10:34

Nach dem Chat-Skandal samt Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) geht der Absturz der Türkisen weiter. Erstmals seit Jahren wird die ÖVP auf Platz 1 wieder von der SPÖ abgelöst, zeigt die neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique Research unter 800 Teilnehmern für "profil". Bereits zuvor hatte die SPÖ den Boden auf die ÖVP in einer "Heute"-Umfrage wettgemacht. Würde am Sonntag gewählt werden, würde sich die SPÖ unter Pamela Rendi-Wagner mit einem Ergebnis von 25 Prozent (2019: 21,18 %) an die Spitze setzen. 

Einen historischen Absturz legt die ÖVP hin: Die Türkisen stürzen weiter ab und liegen nun nur noch bei 24 Prozent (2019: 37,46 %). Auf Platz 3 liegt weiter die FPÖ mit 20 Prozent (2019: 16,17 %). Die Grünen stecken leichte Verluste ein und finden sich auf 13 Prozent (2019: 13,90 %) wieder, die NEOS knapp dazugewinnen, nämlich auf 10 Prozent (2019: 8,10 %). Einziger Wermutstropfen für die SPÖ: In der Kanzlerfrage kann man weiter nicht voll überzeugen, da liegt die ÖVP voran.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Katastrophale Bewertung des Corona-Managements

Für Alexander Schallenberg würden sich bei einer Direktwahl 18 % entscheiden, für Pamela Rendi-Wagner nur 15%. Herbert Kickl käme auf 12 %, Werner Kogler und Beate Meinl-Reisinger auf jeweils 6 %. Katastrophal fällt laut "profil"-Umfrage indes das Corona-Management der Bundesregierung aus. Nur 3 % halten das Pandemie-Management für "sehr gut", weitere 26 % für "eher gut". Für "sehr schlecht" votieren 39 %, weitere 29 % halten die Politik für "eher schlecht".

Auch ein anderer Aspekt wurde bei den Wählern abgefragt, nämlich ob es durch die Pandemie zu Zerwürfnissen im Freundes- und Bekanntenkreis kam. Jede(r) Zehnte gibt an, dass er oder sie schon wegen Corona mit Freunden gestritten habe. Bei Anhängern der Impfgegner-Partei MFG sind es dagegen 39 Prozent, die sich schon mit mehreren Freunden wegen der Pandemie in die Haare bekommen haben.