Derzeit ist eine gute Zeit für die SPÖ, zumindest wenn man Umfragen Glauben schenkt. Laut einer neuen Erhebung könnte die Partei von Michael Ludwig ihre Macht in der Bundeshauptstadt weiter ausbauen und sogar ihre Fühler Richtung Alleinregierung ausstrecken.
Wie berichtet, würde die Bundespartei laut dem Meinungsforschungsinstitut "Market", das im Auftrag vom "Standard" eine Umfrage erstellte, auf 27 Prozent der Stimmen kommen und damit die ÖVP (24 Prozent) von Platz eins wieder verdrängen. Doch auch in der Bundeshauptstadt würde die SPÖ ihren Wahlsieg vom Herbst 2020 nicht nur verteidigen, sondern sogar noch weiter ausbauen.
Laut dem Meinungsforschungsinstitut "OGM", der im Auftrag für den "Kurier" eine Umfrage erstellte, dürfte die SPÖ, wenn am Sonntag gewählt werden würde, über 47 Prozent jubeln. Damit würde die Partei von Bürgermeister Michael Ludwig ihr bestes Ergebnis seit 17 Jahren einfahren. Zuletzt hatte die SPÖ zuletzt 2005 mit 49 Prozent ein noch besseres Ergebnis errungen. Damals reichten knapp die Hälfte der Wählerstimmen für eine absolute Mehrheit. Ob einiger Parteien, die bei einer möglichen Gemeinderatswahlen zwar einige Prozent abstauben würden, aber an der fünf-Prozent-Hürde scheitern würden, dürften auch beim nächsten Urnengang mögliche 47 Prozent für eine Alleinregierung reichen.
Der zweite große Wahlsieger neben der SPÖ, die fünf Prozent zulegen würde, wäre die FPÖ. Die Blauen hatten im Herbst 2020 ein wahres Wahl-Desaster erlebt, nicht zuletzt, weil auch der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einer eigenen Liste gegen seine einstigen Weggefährten ins Feld zog. Die Blauen verloren 23 Prozent ihrer Wähler und rasselten auf sieben Prozent hinunter. Laut aktuellen Sonntagsfrage würde die FPÖ aber wieder zweitstärkste Kraft in der Hauptstadt werden und 13 Prozent erreichen.
Ebenfalls 13 Prozent (minus sechs Prozent) werden der ÖVP zugerechnet, die nach mehreren Skandalen in den letzten Monaten auf Bundesebene unruhige Zeiten erlebt. Nach dem Rücktritt von Landesparteichef Gernot Blümel hat nun Karl Mahrer die Wiener Volkspartei übernommen und versucht wieder etwas Stabilität einkehren zu lassen.
Ebenfalls Stimmen verlieren, würden Stand jetzt die Grünen. Die Öko-Partei, die von 2010 bis 2020 in der Wiener Stadtregierung an der Seite der SPÖ saß, würde von ihrem Rekordergebnis von 14,8 Prozent auf elf Prozent der Stimmen zurückfallen. Die NEOS, die derzeit als Juniorpartner in der Regierung sitzen, würden ihr Ergebnis von 7,5 Prozent minimal auf acht Prozent ausbauen.
Einen Einzug in den Wiener Gemeinderat verpassen, würden hingegen derzeit die Bier-Partei von Marco Pogo und die Impfgegner-Partei MFG, die zuletzt in Oberösterreich in den Landtag gesprungen ist. Beide Kleinparteien würden derzeit nur drei Prozent der Stimmen erreichen.