Umweltschutz und Jobs sind EU-Bürgern wichtig

Der Gorner-Gletscher bei Zermatt in der Schweiz 1863 und heute.
Der Gorner-Gletscher bei Zermatt in der Schweiz 1863 und heute.Bild: Reuters
Umweltschutz und Jobs – das sind derzeit die wichtigsten Themen für die Menschen in Europa, wie eine Umfrage zeigt.

In einer europaweit angelegten Umfrage der deutschen Bertelsmann-Stiftung gaben 40 Prozent der Befragten den Umweltschutz als wichtigstes Thema an. Es folgten Arbeitsplätze mit 34 Prozent und soziale Sicherheit mit 23 Prozent. Die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen solle sich um diese Themen künftig besonders kümmern. Erstaunlich: Jeder Zweite (50 Prozent) sieht die Zukunft der Europäischen Union optimistisch.

Für die Umfrage hat "eupinions", das Meinungsforschungsinstitut der Bertelsmann-Stiftung, mehr als 12.000 Menschen befragt. Die Erhebung ist demnach repräsentativ für die 27 EU-Staaten insgesamt - ohne Großbritannien - sowie für die einzelnen Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen und Spanien.

Die Deutschen sind grün

Am wichtigsten ist Umwelt- und Klimaschutz den Deutschen. Dort nannten dies 49 Prozent der Befragten als Topthema - mit Abstand der höchste Wert. Für Franzosen, Italiener, Spanier und Polen steht dagegen der Schutz von Arbeitsplätzen ganz oben. In Italien waren es sogar 60 Prozent der Befragten.

Franzosen wird das Geld knapp

Werden die Europäer nach ihren persönlichen Sorgen gefragt, stehen "steigende Lebenshaltungskosten" mit 51 Prozent an erster Stelle. In Frankreich, wo seit Ende 2018 die "Gelbwesten" wegen der täglichen Teuerung auf die Straße gehen, nannten dies 61 Prozent der Befragten. Spitzenreiter war Polen mit 62 Prozent. In Deutschland, der größten Wirtschaftsmacht Europas, gaben nur 44 Prozent diese Antwort.

Eine weitere Vertiefung der EU, also eine Abtretung nationaler Rechte an Brüssel, unterstützen europaweit 54 Prozent der Befragten. In Deutschland sind es 60 Prozent. In Italien wünschen sich sogar 70 Prozent mehr "politische und wirtschaftliche Integration". Am skeptischsten sind in der Frage die Niederländer (39 Prozent) und die Franzosen (41 Prozent).

Brexit als Vorbild

Zwar gingen neun von zehn der Befragten davon aus, dass die EU auf die eine oder andere Art auch in Zukunft existieren wird. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Europäer erwarteten nach dem Brexit-Votum der Briten allerdings weitere Austritte von Mitgliedstaaten. In Deutschland gaben dies 32 Prozent an.

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