Heute hat Paul Laggner (29) allen Grund zu lachen. Fast auf den Tag genau vor neun Jahren sah das noch anders aus – der Bauingenieur aus Seeboden (Kärnten) haderte mit dem Schicksal. Sein einziger Sohn Gabriel, damals zwei Jahre alt, wäre beinahe ertrunken. Der Kleine war mit einem Verwandten unterwegs, der beim Holz verladen einen fatalen Augenblick lang unaufmerksam war. Gabriel stürzte in einen Bach. Es dauerte 12 lange Minuten, bis das Kind geborgen wurde.
"Mein Sohn musste in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Doch er hat überlebt", erzählt der alleinerziehende Vater der "Kleinen Zeitung". Paul Laggner ging selbst noch zur Schule, als der Unfall passierte. Während seine Freunde feierten und das Leben genossen, kämpfte er um das Leben seines einzigen Buben. "Als 20-Jähriger mit einem behindertem Kind bist Du gesellschaftlich am Rand".
Gabriel erlitt bleibende Gehirnschäden. Er musste wieder lernen zu gehen, zu greifen und zu plappern. Selbst das Schlucken ging erst nicht von selbst. Heute ist er 11 Jahre alt und trotz seiner Beeinträchtigung ein aufgewecktes, fröhliches Kind. Seine Sprachstörung und Gehhilfen halten ihn nicht davon ab, die Neue Mittelschule zu besuchen. Und, seinen Vater mit einer neuen Frau zusammenzubringen.
Liebe ohne Hindernisse
Papa Paul ist seit dem Vorjahr verheiratet. Seine Frau Sabine hat sich der Schulbub selbst ausgesucht. "Sie war Gabriels Ergotherapeutin. Er hat uns verkuppelt. Den Rest haben wir dann selbst gemacht", lacht Paul. (sk)