Ungarn schaltet wegen der niedrigen Pegelstände der Donau sein einziges Atomkraftwerk ab. "Am Sonntag um 1.30 Uhr" ist einer der letzten beiden Reaktoren im Kraftwerk Paks heruntergefahren worden. Dadurch sinkt die Leistung des Kraftwerks auf 240 Megawatt, teilte Ungarns Regierungschef Peter Magyar am Sonntag im Onlinedienst X mit. Am Montag wird das AKW, das etwa 130 Kilometer südlich von Budapest liegt, "erstmals seit 44 Jahren" komplett abgeschaltet.
Eigentlich hätte das Kraftwerk erst am Dienstag oder Mittwoch vom Netz gehen sollen. Laut Magyar war die Maßnahme aber nötig, weil die Pegelstände der Donau weiter gefallen sind. Der Betreiber, dessen vier Reaktoren sowjetischer Bauart sind und mit Donauwasser gekühlt werden, hat die Abschaltung als "unvermeidlich" bezeichnet. Das Kraftwerk deckt im Jahresdurchschnitt 40 Prozent des ungarischen Strombedarfs.
Wegen der hohen Temperaturen und des fehlenden Regens sind die Pegelstände der Donau stellenweise auf ein Rekordtief gefallen. Der Wetterdienst Hungaromet rechnet in den nächsten Tagen mit einer Hitzewelle und Temperaturen von bis zu 42 Grad.