Kein Impfpass, keine French Open: Das stellte Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu vergangene Woche unmissverständlich klar. Das hätte bedeutet, dass der ungeimpfte Novak Djokovic nach seiner Ausweisung aus Australien auch das nächste Grand-Slam-Turnier verpasst hätte.
Laut der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" soll nun aber Frankreich für genesene Sportlerinnen und Sportler eine Ausnahme machen und ihnen ebenfalls einen für den Zugang ans Turnier nötigen Impfpass ausstellen. Bedingung dafür sei, dass der positive Corona-Befund nicht länger als sechs Monate zurückliegt.
Für Djokovic heißt das: Er dürfte in Paris aufschlagen, auch wenn er bis zum Turnierstart ungeimpft bleiben sollte. Schließlich legte der Serbe den australischen Behörden einen Befund vom 16. Dezember vor. Obwohl die Richtigkeit des Dokuments von vielen Experten angezweifelt wird, könnte er damit am 22. Mai in Paris zur Titelverteidigung antreten.
Stand jetzt könnte der 34-Jährige auch in Wimbledon teilnehmen. Am Rasenturnier, das am 27. Juni losgeht, sollen Ungeimpfte nach zehntägiger Quarantäne spielen dürfen. Allerdings wollte Veranstalter "All England Lawn Tennis and Croquet Club" bisher noch nichts garantieren.
Bei den US Open, die am 29. August losgehen, ist eine Teilnahmeerlaubnis für Djokovic und andere ungeimpfte Tennis-Spielerinnen und -Spieler eher unwahrscheinlich. Dafür gibt es gute Nachrichten für die Nummer eins der Tennis-Welt aus Australien: Craig Tiley, Turnierdirektor der Australian Open, sagte am Samstag, dass er für 2023 mit Djokovic rechne. Zwar werden Personen mit einem annulierten Visum in "Down Under" normalerweise mit einer dreijährigen Einreise-Sperre belegt. Diese könne aber "im Interesse Australiens" aufgehoben werden.