"Ungültige Maske": Wiener entgeht nur knapp Strafe

Ein fehlender FFP2-Vermerk kostete Dominik B. (30) fast 50 Euro. Die Wiener Linien zeigten trotz der "eigentlich ungültigen" Maske Kulanz.

Nach einer kurzen Sommerpause gilt seit 15. September in den Wiener Öffis wieder FFP2-Maskenpflicht. Wie fast alle Öffi-Fahrer trägt auch Dominik B. (30) seither wieder die im Vergleich zum Mundnasenschutz sicherere Maske. Dennoch musste er nun mit einem Kontrolleur der Wiener Linien diskutieren.

Und so kam's: Am Montagvormittag fuhr Herr B. wie jeden Tag mit seiner "Ski Austria"-FFP2-Maske mit der U6 zu seinem Arbeitsplatz nahe dem Westbahnhof (Rudolfsheim-Fünfhaus). Einem Kontrolleur fiel die farbenfrohe Maske ins Auge. Dass es sich dabei um eine FFP2-Maske handelte, erkannt er wegen dem fehlenden Hinweis auf der Außenseite der Maske offenbar nicht. Er wies Herrn B. auf die FFP2-Maskenpflicht hin, drohte sogar mit Strafe.

"Ich habe ihm dann erklärt, dass es eine FFP2-Maske ist. Ich habe ihm den innenliegenden FFP2-Filter in der Maske gezeigt", erzählt Herr B. gegenüber "Heute". Das löste eine Diskussion unter den Kontrolleuren aus. Erst nach einigen Minuten erklärte ein zu Hilfe geholter Kollege der Wiener Linien-Kontrolle die Maske für gültig. Herr B. durfte ohne Strafe zu zahlen gehen. Mit seiner Geschichte will er nun andere warnen.

Maske streng genommen nicht gültig, aber Wiener Linien "mit Fingerspitzengefühl"

Bei den Wiener Linien bestätigt man die Geschichte von Herrn B. und bittet um Verständnis: "Unsere Kontrolleure sind gut auf die rechtlichen Vorgaben der Maskenpflicht eingeschult und wissen, welche Masken gelten", betont ein Sprecher gegenüber "Heute". Auch dass es mittlerweile waschbare FFP2-Masken gibt, die von außen schnell als "normale Stoffmasken" durchgehen, ist ihnen bekannt.

Doch bei manchen Masken sei es schwer ersichtlich, ob es sich tatsächlich um eine FFP2-Maske handle. Im Zweifel sind die Mitarbeiter dann auf das Zertifikat der Masken angewiesen. Eben das Fehlen dieser auf Herrn B.'s Maske war das eigentliche Problem. "Streng genommen sind FFP-Masken ohne Zertifizierung nicht zugelassen", betonen die Wiener Linien. Denn richtig gültig sind nur FFP2-Masken, die von außen den Hinweis FFP2 und eine CE-Zertifizierung aufweisen. Da das aber in Herrn Band's Fall eine Herstellerproblematik sei, zeigen die Wiener Linien Kulanz. 

Nur 500 Strafen seit Anbeginn der Maskenpflicht in den Öffis

Generell seien die Wiener sehr brave Maskenträger. Seit Einführung der ersten FFP2-Maskenpflicht im Vorjahr haben die Wiener Linien nur rund 180.000 Fahrgäste darauf hinweisen müssen. Viele trugen zwar eine Maske, nicht immer bedeckte diese aber wie vorgeschrieben auch die Nase. "Die meisten Fahrgäste zeigen sich aber einsichtig", so der Sprecher der Wiener Linien. Nur 15.000 Wiener mussten wegen Maskenverweigerung von der Mitfahrt ausgeschlossen werden, in gar nur 500 Fällen wurde tatsächlich eine 50 Euro-Strafe verhängt. "Bei rund 2,6 Millionen Fahrgästen pro Tag also verschwindend gering", zeigen sich die Wiener Linien zufrieden.

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