Unnötiger Polizei-Einsatz kostet Steuerzahler 498 Euro

Bild: Clemens Oistric

Ein neues Sicherheitsschloss auf Staatskosten - die Polizei machts möglich: Weil sie Hasch-Anbau vermuteten, brachen Beamte die Wohnung eines Wieners auf. Schaden: alleine 498 Euro an der Türe!

Ein neues Sicherheitsschloss auf Staatskosten – die Polizei macht’s möglich: Weil sie Hasch-Anbau vermuteten, brachen Beamte die Wohnung eines Wieners auf. Schaden: alleine 498 Euro an der Türe!

Die Wut über einen völlig überzogenen Polizei-Einsatz in seinen vier Wänden in Hernals ist bei Markus B. (Name geändert) überraschend schnell verraucht: Weil sie von einem Nachbarn den Hinweis auf Drogenanbau erhalten hatten, stürmten Beamte mit Spürhund an einem Samstag die Wohnung des Wieners – nachdem sie dem Tipp zuerst monatelang keine Beachtung schenkten.

Ergebnis: "Die Cops haben die Blätter meiner nicht einmal blühenden Hanfpflanzen abgeschnitten und sind wieder abgezogen", erinnert sich Markus B. Der Einsatz war für ihn jedoch Türöffner zu einem Gratis-Sicherheitsschloss. Dieses ließen die Uniformierten um 498 Euro auf Staatskosten einbauen: "Ich hatte vorher ein defektes Basismodell der Gemeinde. Nun habe ich den Ferrari unter den Türzylindern", so der Wiener.

Weil sich Top-Anwalt Werner Tomanek einschaltete, war das Verfahren rasch eingestellt. Doch: "Der Steuerzahler zahlt die Zeche, weil sich jemand daheim einen Joint drehen wollte. Das ist doch ein Witz", ärgert sich der Jurist – und zeigt die Unverhältnismäßigkeit der Pflanzerei auf: "Wenn jemand unschuldig in Haft kommt, ist das dem Staat läppische 20 Euro Entschädigung pro Tag wert."

 

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