Die Welt ist vom Erreichen der Klimaziele gefährlich weit entfernt. Das geht aus dem neuesten Bericht des UNO-Umweltprogramms (UNEP) hervor. Mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik steuert die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu.
Damit erhöhe sich das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, warnte UNEP-Direktorin Inger Andersen. Selbst im optimistischsten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten, würden es noch 2,1 Grad sein.
Der Pfad der Weltgemeinschaft hat sich seit dem vergangenen Jahr nicht verbessert, schreibt Der Spiegel unter Berufung auf den Bericht. Das liegt demnach vor allem am Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump. Die USA sind der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen nach China.
Das Pariser Ziel von 1,5 Grad gilt als fast sicher überschritten. Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sieht für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter.
"Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten", betonte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Um die 1,5-Grad-Marke langfristig wieder zu erreichen, müssten die globalen Emissionen bis 2030 um 18 Prozent sinken, bis 2035 um 45 Prozent.
Im November trifft sich die Weltgemeinschaft in der türkischen Stadt Antalya zur Weltklimakonferenz. Die USA werden allerdings nicht mehr mit am Tisch sitzen - sie sind unter Trump erneut aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen.