Wirtschaft

Uns geht die Schokolade aus, Bauern hungern

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:03

Was uns als süßer Genuss auf der Zunge zergeht, wird knapp und verursacht weltweit großes Leid. Die Rede ist von Schokolade, die gute Stimmung macht und über so manche Lebenskrise hinweghilft. Während uns die süße Leckerei maximal auf Hüften oder Bauch schlägt, verhungern wegen der heißbegehrten Kakaobohne die Pflücker in den Herkunfsländern, Kinder müssen auf die Plantagen.

in ihrer September-Ausgabe. Die Nachfrage steigt und Versorgungsengpässe stehen bevor.

Es fehlen 100.000 Tonnen im Jahr

Jedes Jahr müssten 100.000 Tonnen (!) mehr als bisher geerntet werden, um das süße Verlangen der Naschkatzen weltweit zu decken. Das gab der größte Kakaoverarbeiter Barry Callebaut an.

Lager sind leer, mehr Nachschub gibt's nicht

Weil Schokoliebhaber ihren "Stoff" wollen, werden die Lager momentan leer geräumt. Mehr produziert werden kann auch nicht. Das Verlangen nach Schoko sorgte dafür, dass in den letzten Jahren der Preis um ein Fünftel nach oben schnellte. Im Langjahresvergleich sind die Kakaopreise seit 1980 trotzdem um die Hälfte gesunken.

Bauern: Weniger als 1,25 Dollar am Tag, Milka-Mutter: 1 Milliarde Gewinn

Das Geld, das wir an der Supermarktkassa hinblättern kommt bei den Kakaobauern nicht an. Die Bauern bekommen gerade einmal sechs Prozent des Verkaufspreises, um 10 Prozent weniger als 1980. Wo das viele Geld bleibt? Mondelez, Produzent der Topmarken wie Milka,  machte fast eine Milliarde Euro Gewinn, schreibt der "Konsument". Der Preiskampf hat dazu geführt, dass Kakaobauern und deren Familien unter der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen.

Kinder müssen auf Plantagen schuften

Der einzige Ausweg für die Kakaobauern: Ihre Kinder müssen auf den Plantagen mitrackern, damit die Familien nicht verhungern.

Lösung: Fairtrade Gütesiegel

Produkte, die das Fairtrade-Siegel tragen, werden nach den Standards der Fairtrade Labelling Organization International (FLO) hergestellt und gehandelt, wie "Konsument" schreibt. Die Richtlinien verbieten u.a. Zwangsarbeit und ausbeuterische Kinderarbeit. Für den Handel legt die FLO faire Mindestpreise fest, die die durchschnittlichen Produktionskosten decken. Zusätzlich nutzen die Produzenten nachhaltige Anbaumethoden, über 75 Prozent der Fairtrade Produkte sind bereits bio. Für Bio-Anbau und Sozialprojekte bekommen die Unternehmen eine Prämie. Fairtrade-Schokolade besteht zu 100 Prozent aus zertifiziertem Kakao.

Hier kommt unsere Schokolade her:

(Die größten Kakaobohnen-Produzenten 2012 ):


Elfenbeinküste (1.650.000 Tonnen)
Indonesien (936.300 Tonnen)
Ghana (879.348 Tonnen)
Nigeria (383.000 Tonnen)
Kamerun (256.000 Tonnen)
Brasilien (253.211 Tonnen)
Ecuador (133.323 Tonnen)
Mexiko (83.000 Tonnen)
Dominikanische Republik (72.225 Tonnen)
Peru (57.933 Tonnen)

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen