Früher galten sie als Statussymbol, heute sind Pelzmäntel für viele vor allem Erbstücke, die man gewinnbringend verkaufen kann. Das nahm das "Südtiroler Auktionshaus" zum Anlass und versprach in Inseraten, Höchstpreise für wertvolle, alte Mäntel und Jacken zu bezahlen. In ganz Tirol wurden "Pelzannahme-Veranstaltungen" organisiert, die in eleganten Locations stattfanden und dem Veranstalter so einen seriösen Anstrich gaben.
Nun musste sich der Geschäftsführer des Auktionshauses am Landesgericht Innsbruck wegen gewerbsmäßigen Betruges verantworten. Von Jänner bis März 2019 soll er 133 Pelz-Besitzern lukrative Geschäfte mit ihren Vintage-Outfits in Aussicht gestellt haben. Statt dem versprochenen Baren mussten die Tiroler aber selbst tief in die Tasche greifen: Für eine vermeintliche Reinigung der Pelze bezahlten sie jeweils 200 Euro, statt der marktüblichen 60 Euro, bevor sie verkauft werden sollten.
Insgesamt kassierte der Unternehmer 22.480 Euro für eine Leistung, die er nie erbrachte. Wie sich zeigte, wurden die wertvollen Mäntel und Jacken weder richtig gereinigt, noch ein einziger davon verkauft. Laut Arbeiterkammer Tirol wurden einige Stücke sogar beschädigt an die Besitzer retourniert, andere sind "verschwunden". Der Wert der angeblichen Auktions-Teile wurde ebenfalls viel zu hoch eingeschätzt.
Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Ihm wurde eine Diversion angeboten, er muss eine Geldstrafe von 6.000 Euro bezahlen. "Wir konnten für alle Betroffenen das bestmögliche Ergebnis erzielen", so AK-Konsumentenschützerin Sarah Crepaz-Eger in der "Tiroler Tageszeitung". Die AK hat 50 der 133 Betroffenen vertreten, ein Opfer der Pelz-Betrüger klagte zudem erfolgreich am Zivilgericht.