Österreich

Unsichtbare Beamte

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:57

Der Landhausbezirk: Viele St. Pöltener waren noch nie dort. Viele Beamte sind sofort nach Dienstschluss weg. Und viele Mitarbeiter und Besucher sind quasi unsichtbar, weil sie über die Tiefgarage in die Häuser gelangen. Heute suchte mit VP-Abgeordnetem Martin Michalitsch und SP-Bürgermeister Matthias Stadler Lösungen.

Heute: Über das Regierungsviertel kursieren Vergleiche, dass es um 17 Uhr weniger bevölkert ist als die Antarktis ...

Michalitsch: Arg! Im Winter wenn es unwirtlich ist, stimmt dieser Vergleich vielleicht. Bei schönem Wetter sind schon viele Leute unterwegs. Aber natürlich sind wir primär dazu da, um zu arbeiten. Und vor 15 Jahren war der St. Pöltener Rathausplatz auch ein Platz, wo man ganz allein sein konnte.

Stadler: Ich war heute schon zwei Mal im Landhaus. Was man unterschätzt: Beamte und Gäste des Regierungsviertels fahren in die Tiefgarage und mit dem Lift ins Gebäude oder Festspielhaus. Sie sind an der Oberfläche nicht merkbar. Was nicht aufgegangen ist, ist der Boulevard mit den Geschäften.

Ist es nicht im Landes-Interesse, das Viertel zu beleben?

Michalitsch: Wir werden die Anbindung gschmackiger gestalten. Mit dem Rad in die City sind es drei, zu Fuß sieben Minuten. Noch fehlen Anknüpfungspunkte. Derzeit läuft der Umbau des Landesmuseums mit Schanigärten und Wasserfläche. Es werden sechs Millionen Euro investiert. Die Eröffnung ist am 13. November.

Stadler: Es gibt ein gemeinsames Ticketing von Diözesan-, Stadt- und Landesmuseum.

Michalitsch: Solche Dinge brauchen wir noch mehr.

Stadler: Nicht vergessen darf man auch den Hauptstadt-Express und das tolle, neue touristische Leitsystem.

Aber die St. Pöltener werden den Weg doch kennen?

Stadler: Wissen Sie, wie viele St. Pöltener noch nie in gewissen Gebäuden oder im Klangturm waren? Es gibt nach zwölf Jahren noch viel zu entdecken.

Warum wird beim Stadtfest und anderen Events das Viertel nicht miteinbezogen?

Stadler: Fachleute haben gesagt, das werden wir nicht schaffen. Die Dimensionen sind zu groß. Wenn sich 50.000 Gäste verteilen, wäre sofort Kritik da, es ist nicht die Hölle los.

Michalitsch: Beim Tag der offenen Tür hatten wir in zwei Tagen 130.000 Besucher. Das Regierungsviertel ist so groß wie 70 Prozent der City St. Pöltens.

Wie kann man eine vernünftige Anbindung schaffen?

Michalitsch: Land, Alpenland und Stadt finanzieren den Architektenwettbewerb für den Bereich Mayer-Mühle. Statt dem Silo kommt geförderter Wohnbau. Das bringt Leben.

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