"Ich dachte nur: Sehe ich meine Kinder je wieder"

Er war nur Millimeter vom Tod entfernt! Letzte Woche wurde Zdravko I. von einem Iraker (21) vor die U3 gestoßen. Ihm musste ein Fuß amputiert werden.
"Das kaputte Bein ist mir scheißegal, ich bin froh, dass ich lebe", schildert Zdravko I. beim "Heute"-Interview im Wiener AKH.



Bisher war bekannt, dass der Lagerarbeiter "nur" mit Knochenbrüchen im Spital liegt, dabei hat es ihn viel schlimmer erwischt: "Mein Fuß musste amputiert werden, die Schulter ist zertrümmert, zwei Rippen sind gebrochen, und im Gesicht habe ich Schürfwunden erlitten", sagt Zdravko I.

CommentCreated with Sketch.59 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Er ist jener Mann, der vergangene Woche von einem offenbar psychisch kranken 21-Jährigen beim Westbahnhof vor die U3 gestoßen wurde. "Ich kann mich an jedes Detail erinnern", sagt das Opfer. "Ich stand ganz vorn, habe beim Stiegenabgang mit dem Handy gespielt, als ich plötzlich eine Berührung an der Hüfte gespürt habe."



Doch der 35-Jährige dachte an nichts Böses, sondern an den Scherz eines Bekannten, der ihn erschrecken wollte. "In dem Moment fuhr der Zug in die Station ein, und plötzlich lag ich schon unter der U-Bahn – das Gesicht nach oben, die Hände am Brustkorb. Der Fahrer legte sofort eine Notbremsung ein", erzählt Zdravko I. und sagt: "Es war dunkel und schmutzig – wie es unter einer U-Bahn halt so ist. Ich dachte in diesem Moment aber nur darüber nach, ob ich meine Kinder und meine Freundin jemals wiedersehen werde.



" Wie es ihm jetzt geht? "Die Schmerzen halten sich mittlerweile in Grenzen", sagt das Opfer des U-Bahn-Schubsers, "aber ich habe keinen Plan, wie es weitergehen soll, wann ich endlich wieder aufstehen kann. Ich hasse den Mann, der mir das angetan hat. Ich will ihn auch nie in meinem Leben treffen – sonst müsste ich ihm etwas antun."

Um Akteneinsicht zu bekommen, engagierte Zdravko I. noch vom Krankenbett aus die Anwältin Astrid Wagner. Er findet: "Der Täter soll seine gerechte Strafe bekommen, so wie auch ich bestraft wurde." Bestraft wofür, hakt "Heute" nach. "Ich weiß es nicht, vielleicht bin ich ein schlechter Mensch."



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