Szene

Unverständnis über Harrys Afghanistan-Aussagen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:05

Prinz Harry (28) ist nach rund fünf Monaten als Soldat in Afghanistan nach Großbritannien zurückgekehrt. Während seiner Zeit dort habe er in seiner Rolle als Co-Pilot eines Apache-Kampfhubschraubers auch selber Schüsse auf Taliban-Aufständische abgegeben, sagte er in einem Interview des Senders BBC, das am späten Montagabend ausgestrahlt wurde. Auch über die Nacktbilder vom Vorjahr sprach der Prinz.

Prinz Harry (28) ist nach rund fünf Monaten als Soldat in Afghanistan nach Großbritannien zurückgekehrt. Während seiner Zeit dort habe er in seiner Rolle als Co-Pilot eines Apache-Kampfhubschraubers auch selber Schüsse auf Taliban-Aufständische abgegeben, sagte er in einem Interview des Senders BBC, das am späten Montagabend ausgestrahlt wurde. Auch über die Nacktbilder vom Vorjahr sprach der Prinz.

Auf die Frage, ob er aktiv an Kampfeinsätzen beteiligt gewesen sei und auf Menschen geschossen habe, die dabei auch sterben könnten, bejaht er dies: "Ja, viele andere haben das auch getan. Die Truppe war draußen. Jeder hat eine bestimmte Menge an Munition abgeschossen. Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel heraus."

Er habe getötet, um andere Leben zu retten, so der Prinz weiter. Laut der englischen Zeitung "Sun" hat Harry einen Taliban-Chef erschossen. Die Zeitung feiert den Prinzen wie einen Helden. Bei Armee-Offiziellen, der NATO und auch bei Kriegsgegnern stoßen die Aussagen des Prinzen hingegen auf Unverständnis und Kopfschütteln.  "Diese arrogante und taktlose Einstellung dazu, Menschen in Afghanistan zu töten, egal, wer sie sind, wird nicht die Herzen und Köpfe der Menschen gewinnen" wird ihm von der Anti-Kriegs-Organisation "Stop The War Coalition".

Auch Harrys Vorstellung, ein ganz normaler Soldat zu sein, wird kritisiert. "Prinz Harry wird in ein Leben des Müßiggangs und des Luxus zurückkehren - anders als die meisten Soldaten, denen Arbeitslosigkeit, Entbehrung und soziale Probleme drohen." Der "Guardian" taufte ihn ironisch den "Killer Captain".

Die Rückkehr der Nummer drei der britischen Thronfolge war aus Sicherheitsgründen streng geheim gehalten worden. Journalisten hatten während seiner Zeit in Afghanistan Interviews führen, diese aber jetzt erst ausstrahlen dürfen. Für ihn sei die Arbeit bei der Armee wie für jeden anderen auch, sagte Harry. "Ich bin einer der Jungs, ich werde nicht anders behandelt als die anderen."

Harry ist das erste Mitglied der britischen Königsfamilie seit seinem Onkel Prinz Andrew, der aktiv an Kriegseinsätzen teilnimmt. Andrew war im Falklandkrieg gewesen. 2008 war Harry bereits einmal acht Wochen in Afghanistan gewesen.

Prinz zu Nacktbildern

Zu den Nacktbildern von ihm, die nach einer Feier in Las Vegas veröffentlicht wurden, sagte er, sicher habe er viele Menschen enttäuscht, dennoch müsse seine Privatsphäre respektiert werden. "Das war vermutlich ein klassisches Beispiel dafür, dass ich zu sehr Armee bin, und nicht genug Prinz." Manchmal sei es leicht, das zu vergessen.

Wut über falsche Berichte

Gleichzeitig ließ Prinz Harry seiner Wut über die Medien freien Lauf. Die Zeitungen druckten "Müll" und beraubten ihn seines Privatlebens, sagte Harry dem Sender "ITV News". "Es macht mich traurig und wütend, dass die Leute mit dem Zeug durchkommen, das sie schreiben". Sein Vater, Thronfolger Prinz Charles, sage immer, er solle die Berichte nicht lesen. Er sei jedoch überrascht, wie viele Briten diese lesen würden. Er hoffe, dass die Menschen nicht glaubten, was sie lesen.

Sein Misstrauen gegenüber den Medien führte Harry zurück auf den Tod seiner Mutter Diana, die nach einer Verfolgung durch Paparazzi 1997 in Paris bei einem Autounfall ums Leben kam. "Ich denke, es ist klar, wie weit es zurückreicht - zu der Zeit, als ich sehr klein war", sagte Harry.

Baby-Outing erzwungen

Er warf den Medien auch vor, seinen Bruder Prinz William und dessen Frau Catherine "gezwungen" zu haben, bekannt zu geben, dass sie ein Baby erwarten.

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