Unwetter lässt Häuser einstürzen, 33 Menschen tot

Statt zwei Meter misst die Nims aktuell bis zu 200 Meter Breite
Statt zwei Meter misst die Nims aktuell bis zu 200 Meter BreiteHarald Tittel / dpa / picturedesk.com
Nachdem mehrere Talsperren im Rheinland den Wassermassen nicht mehr standhielten, werden bis zu 70 Menschen vermisst, es gibt 19 Todesopfer.

Es begann mit einer Gewitterwarnung und prognostiziertem Dauerregen. Gegen Mitternacht dann die akute Warnmeldung: "Mehrere Talsperren im Rheinland sind übergelaufen oder drohen überzulaufen. Anwohner in mehreren Orten im Kreis Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Oberbergischen Kreis werden aufgerufen SOFORT den Bereich zu verlassen", schrieb etwa der Westdeutsche Rundfunk.

Im Zentrum stand und steht immer noch das gesamte Rheinland, aber auch die Großstadt Wuppertal ist teilweise überflutet. Große Gebiete sind ohne Strom, weil die Umspannwerke vorsorglich vom Netz genommen werden mussten. Auch in der Früh entspannt sich die Lage nicht.

Von zwei auf 200 Meter

In Schuld bei Adenau in der Eifel stürzten wegen der Überflutungen sechs Häuser ein, 30 Menschen werden vermisst. 25 weitere Häuser drohen ebenfalls, einstürzen, schreibt der SWR. Die Lage sei unübersichtlich, wie viele Menschen genau vermisst werden, ist unklar. Der Fluss Nims ist normalerweise nur zwei Meter breit, über die Nacht schwoll er auf über 200 Meter an.

In ihren Häusern eingeschlossene Menschen können mittlerweile auch nicht mehr per Boot gerettet werden, sie müssen auf Hilfe aus der Luft warten. Beim Feuerwehrnotruf gab es Berichten in sozialen Netzwerken zufolge kein Durchkommen. Notfälle, bei denen ein Personenschaden droht, haben Vorrang. Vollgelaufene Keller oder ähnliches müssen warten.

Erste Todesopfer

"Bitte schränkt vorsorglich den Trinkwasserverbrauch ein. Durch den Stromausfall ist auch die Wasserversorgung betroffen", schreibt die Stadt Wuppertal gegen 3 Uhr Früh auf Twitter. Auch bei Tagesanbruch kann noch keine Entwarnung gegeben werden, weil der Pegel keine Anstalten macht abzusinken.

Die ersten Todesopfer sind zwei Feuerwehrmänner, die im Einsatz ums Leben kamen. In Altena im Sauerland kam bei der Rettung eines Mannes ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben, zwei Stunden später kollabierte ein 52-Jähriger bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen, schreibt der ZDF.

Im weiteren Verlauf des Vormittags steigt die Zahl der Vermissten auf bis zu 70, zudem soll es bereits 33 Tote geben. 200.000 Menschen sind auch um 12 Uhr noch ohne Strom.

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