Die heftigen Unwetter haben in Oberösterreich einem Mann das Leben gekostet. Bei Regen, Hagel und Sturm wollte ein 45-Jähriger in Freinberg (Bezirk Schärding) während der Arbeit sein Auto umparken, als er von den Wassermassen mitgerissen wurde. Die Einsatzkräfte konnten nichts mehr für den Mann tun. Im ganzen Land kam es zudem zu schweren Schäden durch Überflutungen und Murenabgänge.
Ab 19.30 Uhr wurde die Feuerwehr die ganze Nacht auf Sonntag rund 1.000 Mal alleine in Oberösterreich alarmiert. 16.547 der österreichweit über 22.000 Blitze wurden hier registriert.
Tragisch endete das Unwetter im Bezirk Schärding: Der Haibach wurde durch Bäume und Felsen verlegt und trat innerhalb kürzester Zeit über die Ufer.
Mann wollte Auto retten - und starb dabei
In der Gemeinde Freinberg wollte der 45-jährige Casino-Mitarbeiter Edmund W. aus Passau sein Auto vor dem Wasser in Sicherheit bringen. Dabei wurde er von den Wassermassen mitgerissen und konnte später in der Nähe seines Arbeitsplatzes nur noch tot geborgen werden. Innerhalb von kürzester war der Haibach um zwei bis drei Meter angestiegen – der Mann hatte keine Überlebenschance.
"Ich bin seit 50 Jahren bei der Feuerwehr, aber so etwas habe ich überhaupt noch nie gesehen", sagte Norbert Kasbauer von der Feuerwehr Haibach zu "Heute". Der Feuerwehrmann musste aufgrund der Flut am Sonntag sogar seinen Urlaub abbrechen, reiste vorzeitig aus Vorarlberg ab.
Lenker in Schlamm steckengeblieben
Im Bezirk Schärding musste die Feuerwehr einige Autolenker aus ihren Fahrzeugen befreien. Durch die Überflutungen wurden in St. Florian Unterführungen mit Schlamm überschwemmt – die Lenker versuchten trotzdem noch durchzufahren und blieben dann stecken.
Im Grenzgebiet zu Passau sind zahlreiche Straßen gesperrt, es kommt zu Verkehrsbehinderungen. In der Gemeinde Freinberg wurde ein Krisenstab eingerichtet, alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz. Auch die Polizei ist im Dauereinsatz. Zahlreiche Schadensmeldungen müssen aufgenommen werden.
In Neuhofen an der Krems (Bez. Linz-Land) wurde ein Partyzelt vom Sturm weggeblasen und über einen Parkplatz gefegt.
Landesweit wurden zudem ganze Straßen weggerissen oder verlegt, Keller überflutet und Häuser von Murenabgängen bedroht. Zeitweise wurden Ortschaften auch von der Stromversorgung abgeschnitten.
Laut Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich gab es über 600 Alarmierungen. 2.000 Mann von 160 Feuerwehren waren im Einsatz. Derzeit sind die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange.
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