Sensationsfund in Brasilien

Uralte Zivilisation im Amazonas entdeckt

Ein Forschungsteam hat im Amazonasbecken Spuren einer versunkenen Kultur mit bis zu drei Millionen Einwohnern entdeckt.
Technik Heute
30.07.2026, 20:06
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Kaum eine Region der Erde gilt als so unberührt wie der Amazonas. Doch neue Untersuchungen zeigen: Das Gebiet war vor rund 2000 Jahren offenbar viel dichter besiedelt als heute. Ein internationales Forschungsteam hat im Westen des Amazonasbeckens Hunderte Überreste einer untergegangenen Kultur entdeckt - darunter Erdhügel, Gräben und Dämme.

Die sogenannten Geoglyphen bilden auffällige geometrische Muster und sind oft mehrere Hektar groß. Eine der Strukturen misst sogar fast 50 Hektar, also eine halbe Million Quadratmeter.

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Wie Der Spiegel berichtet, untersuchte ein Team um den finnischen Archäologen Martti Pärssinen von der Universität Helsinki die Gegend im heutigen Brasilien mit dem LiDAR-Verfahren. Dabei tasten Laser von Flugzeugen aus die Erdoberfläche ab. So werden selbst Strukturen sichtbar, die von Pflanzen überwuchert sind.

Drei Millionen Menschen lebten in der Region

Bei mehreren jeweils etwa 450 Kilometer langen Flügen stießen die Forscher auf mehr als 430 auffällige Erdstrukturen, von denen knapp 400 bisher unbekannt waren. Die Bauten wurden demnach zwischen 600 vor und 850 nach Christus errichtet.

Aquiry nennt das Team diese verschwundene Zivilisation - nach dem indigenen Namen für den Rio Acre. Das Gebiet umspannte einst etwa 183.000 Quadratkilometer, entsprechend etwa der halben Fläche Deutschlands.

Zur Blütezeit dieser Zivilisation, zwischen den Jahren 100 und 300 nach Christus, dürften bis zu drei Millionen Menschen in der Region gelebt haben. Im Kerngebiet könnten bis zu 33 Menschen pro Quadratkilometer gelebt haben - ein Vielfaches mehr als heutzutage.

Hochentwickelte Landwirtschaft

Das Team fand auch Hinweise darauf, dass die Menschen damals Brandrodung betrieben, um Mais, Maniok und Kürbisse anzubauen. Außerdem kultivierten sie Bäume mit essbaren Früchten wie Paranussbäume und Pfirsichpalmen.

"Die Studie zeigt, dass der menschliche Einfluss auf die Umwelt des Amazonasgebiets viel größer ist als bisher angenommen", erklärt Pärssinen. Die Strukturen dienten rituellen, öffentlichen und politischen Zwecken - ähnlich wie im späteren Inkareich in der benachbarten Andenregion.

Warum die Aquiry-Kultur um das Jahr 850 zusammenbrach, ist bis heute nicht bekannt.

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