Er kam im weißen Hemd, das in der Mitte gescheitelte Haar fiel ihm ins Gesicht, der Blick war leer – in Handschellen wurde Mathias K. (18) in den großen Schwurgerichtssaal am Wiener Landesgericht geführt.
Im Sommer 2023 soll der damals 16-jährige Schulabbrecher "aus reiner Mordlust" zwei schlafende Obdachlose (56, 55) in Wien heimtückisch mit einem Messer getötet haben – ein drittes Opfer (51) überlebte neun Messerstiche schwerverletzt. "Ja, ich war es. Ich bekenne mich schuldig", murmelte der Angeklagte gleich zu Beginn der Verhandlung tonlos.
Der Fall war somit klar, die Entscheidung fiel den Geschworenen nicht besonders schwer. Nach kurzer Beratung sprachen sie den Ex-Gymnasiasten am Montagabend schuldig. Ihr Urteil: 12 Jahre Haft – und eine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum. Da Mathias K. bei den Taten erst 16 Jahre alt war, wurde er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.
Der 18-jährige Angeklagte wollte bei seinem Prozess gehört werden, sprach detailreich über die Taten und zeigte befremdliche Anfälle von Selbstmitleid. "Ich konnte den Opfern nicht in Augen sehen. Der Teufel hatte Oberhand über mich, aber ich entschied über Leben und Tod", jagte er den Zuhörern auch eisige Schauer über den Rücken. "Ich war kaputt. Und da kam das starke Verlangen, zu töten. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los", meinte der junge Mann mit stockender Stimme.
Wegen einer "schweren Persönlichkeitsstörung" wurde der 18-Jährige als "sehr gefährlich" eingestuft. Er habe bereits im zarten Alter von 14 Jahren an einen Amoklauf an seiner Schule gedacht, ließ er das Gericht wissen, sammelte Messer und ging mit seinem Vater auf den Schießplatz. "Er ist ein Serienmörder", hielt der Gerichts-Psychiater in seinem Gutachten fest. Auch zu einer Prügelattacke gegen seine Mutter bekannte sich der Angeklagte schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.