Die Corona-Krise sorgte auch in den USA für reihenweise geschlossene Lokale. Damit einhergehend waren auch deutlich weniger überfüllte Mülltonnen mit Essensresten. Das könnte nun zu einem Problem werden, warnt die US-Gesundheitsbehörde CDC. Denn die Ratten in den großen US-Städten, die so ihrer Hauptnahrungsquelle beraubt wurden, könnten nur deutlich aggressiver werden, befürchtet man.
Die Aggression richte sich allerdings nicht gegen Menschen. "Die Ratten werden nicht gegenüber den Menschen aggressiv, sondern untereinander, erklärte der Nagetier-Experte Bobby Corrigan der "New York Times". "Sie greifen sich gegenseitig an." Behörden hätten in den letzten Wochen zudem vermehrt Sichtungen von Ratten am hellichten Tag verzeichnet sowie das Eindringen in Häuser, in denen sich zuvor keine Ratten aufgehalten hatten, so Jim Fredericks von der US-Vereinigung der Kammerjäger.
Bereits zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen in den USA gab es Berichte - etwa aus der südlichen Metropole New Orleans - dass Ratten durch zunehmende Essenknappheit in Aggressivität und sogar Kannibalismus verfallen. "Wir können bei den Ratten ein menschenähnliches Kriegsverhalten beobachten: Sie nehmen ein Gebiet ein und töten alle, die nicht zu ihrer Gruppe gehören - nur die stärksten gewinnen den Kampf", sagte Corrigan schon damals dem US-Fernsehen.
Um ohne ausreichend Nahrung zu überleben, bleiben den Ratten laut dem Experten nur drei Optionen: Kannibalismus, gegen andere Ratten zu kämpfen oder ihren eigenen Nachwuchs zu fressen.