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US-Behörde hat 1.475 Migrantenkinder verloren

Heute Redaktion
13.09.2021, 20:33

Alleinreisende Migrantenkinder, die an der US-Grenze aufgegriffen werden, kommen in die Obhut des Staates. Doch offenbar herrscht bei der Behörde Chaos.

Das US-Gesundheitsministerium hat zugegeben, dass man fast 1.500 Kinder illegaler Einwanderer "verloren" hat. Die Minderjährigen waren an der Grenze zu Mexiko aufgegriffen worden und stammen zum Großteil aus Honduras, El Salvador und Guatemala. Laut Aufzeichnungen seien sie zumeist vor Drogenkartellen, Bandenkriminalität und häuslicher Gewalt geflohen.

Seit Ende Oktober waren insgesamt 7.635 Kinder in Gewahrsam genommen und an Pflegefamilien gegeben worden. Doch bei 1.475 herrscht Unklarheit, wo sie sich derzeit befinden, erklärte die zuständige Behörde.

Diese Tatsache wird jetzt heiß in den USA diskutiert, da vor kurzem eine neue Praxis umgesetzt wird: Familien, die illegal in das Land einwandern, werden getrennt – die Kinder, selbst im Babyalter, werden den Eltern abgenommen und zu Pflegefamilien gebracht, quasi zur Abschreckung.

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Wo sind die Kinder?

Justizminister Jeff Sessions hatte dies in einer Rede verdeutlicht: Wer unrechtmäßig ins Land einwandert, wird strafrechtlich verfolgt. Und betonte: "Wenn Sie ein Kind ins Land schmuggeln, werden wir Sie strafrechtlich verfolgen. Und das Kind könnte von ihnen getrennt werden, wie es das Gesetz vorsieht. […] Wenn Euch das nicht passt, dann hört auf, Kinder über die Grenze zu schmuggeln."

In einer TV-Sendung relativierte der republikanische Politiker und Ex-Senator von Pennsylvania Rick Santorum die Berichte. "Verloren" bedeute nur, dass man keinen Kontakt zu den Erziehungsberechtigten habe. Doch dies dämpfte die Welle der Empörung in der Öffentlichkeit kaum. Abgesehen vom grundsätzlichen Versagen der Bürokratie besteht die Befürchtung, dass diesen Kindern etwas zugestoßen sein konnte – in erster Linie durch Menschenhandel.

Ivanka Trump im Kreuzfeuer der Kritik

Ivanka Trump, Tochter von Präsident Donald Trump, hat jetzt auf Twitter deshalb besonders viel Kritik einstecken müssen: Sie stellte ein Bild online, das sie stolz mit ihrem Sohn im Arm zeigt. "Meine Liebe" schrieb sie mit Hilfe eines Herz-Emojis dazu.

Was als Mutter verständlich ist, sorgt aber für Aufregung, da sie als Beraterin ihres Vaters agiert und somit mitverantwortlich für die Praxis der Kinderabnahme gemacht wird. Eine Frau brachte es auf den Punkt: "Du bist eine dreifache Mutter. So wie ich. Stell dir vor, dass irgendjemand in einer Uniform der Einwanderungsbehörde dir dein geliebtes Baby wegnimmt und du wirst ihn oder sie nie wieder sehen. Das passiert gerade, dank der Politik deines Vaters. Tu etwas."

(red)

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