US-Bestsellerautor Tom Clancy ist gestorben

Der US-Schriftsteller Tom Clancy ist tot. Der Bestseller-Autor sei im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Baltimore gestorben, meldete die "New York Times" per Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch unter Berufung auf seinen Verleger.

Der US-Schriftsteller Tom Clancy ist tot. Der Bestseller-Autor sei im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Baltimore gestorben, meldete die "New York Times" per Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch unter Berufung auf seinen Verleger.

Die Brille war sein Schicksal. Deshalb wurde der Postbotensohn Tom Clancy nicht Kommandant eines Kampfpanzers oder U-Boots, sondern Versicherungsvertreter. Bis er sich "intellektuell unterfordert" fühlte und über die Welt schrieb, die ihn selbst faszinierte: Das Militär. Die Bücher haben Clancy berühmt und auch reich gemacht und ihm nicht zuletzt viele Türen geöffnet.

Vor allem in den 1980er und 1990er Jahren war er mit Politthrillern wie "Jagd auf Roter Oktober" bekannt geworden. Vier seiner Romane - "Jagd auf Roter Oktober", "Die Stunde der Patrioten", "Das Kartell" und "Der Anschlag" - wurden zu erfolgreichen Hollywood-Blockbustern. Der von ihm geschaffene Romanheld Jack Ryan wurde von nicht weniger als drei Hollywood-Stars verkörpert: Alec Baldwin, Harrison Ford und Ben Affleck.

In den letzten Jahren verlieh Clancy seine Buchvorlagen und seinen Namen vor allem zahlreichen Videospielen, darunter etwa der "Splinter Cell"- und der "Rainbow Six"-Reihe.

Beste Kontakte zu Streitkräften

Zu Streitkräften und Geheimdiensten hatte Clancy durch seine Romane die besten Kontakte. Angeblich so gut, dass die Dienste dem Autor schon mal vertrauliche Informationen zukommen ließen. "Es gibt Dinge, die ich weiß, die ich niemals in einem Buch veröffentlichen könnte", sagte er. "Und die erschreckendsten Dinge sind nicht einmal geheim, es liest nur keiner."

Clancy als Prophet von 9/11

Dabei war Clancy nicht selten Prophet: In seinem Buch "Ehrenschuld" - sieben Jahre vor dem 11. September 2001 erschienen - lässt ein, allerdings japanischer, Terrorist eine Boeing in das Capitol in Washington stürzen, Hunderte sterben.

Die Handlung sei einfach auf der Hand gelegen, sagte Clancy. "Aber wenn mein Kram plötzlich Realität wird, ist das schon ein bisschen gruselig." Dabei gebe es zwischen Realität und der Fiktion eines Romanautors einen großen Unterschied: "Die Fiktion muss Sinn ergeben."

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