Messer-Mann rammt Polizist an US-Capitol – tot

Am Capitol herrscht Alarm.
Am Capitol herrscht Alarm.ERIC BARADAT / AFP / picturedesk.com
In der Nähe des US-Capitols wurden Berichten zufolge zwei Polizisten von einem Auto angefahren. Einer von ihnen starb, auch der Angreifer ist tot.

Am noch immer schwer bewachten US-Capitol in Washington ist ein Autofahrer mit seinem Wagen in zwei Polizisten gefahren und hat anschließend eine Straßenbarriere gerammt. Einer der Beamten wurde getötet, ein weiterer verletzt, wie die Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, am Freitag erklärte. Der Fahrer, der mit einem Messer aus dem Wagen stieg, wurde erschossen. Er habe zuvor nicht auf Warnrufe der Sicherheitskräfte reagiert.

Das Capitol wurde wegen des Zwischenfalls abgeriegelt. Anwohner wurden laut "CNN" aufgefordert, drinnen zu bleiben und sich von Fenstern fernzuhalten. Die US-Capitol-Police sprach von einer "externen Bedrohung". Der Kongress hatte allerdings am Freitag keinen Sitzungstag, deswegen dürften kaum Senatoren oder Abgeordnete in dem Komplex gewesen sein.

Zaun gerade erst abgebaut

Der Zwischenfall ereignete sich knapp drei Monate nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Capitols durch Anhänger des abgewählten Ex-Präsidenten Donald Trump. Wegen des beispiellosen Angriffs ist das Gebäude schwer bewacht. Vergangene Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Kongresssitz allerdings etwas zurückgefahren worden. So wurde ein äußerer Zaun, der das Areal um den Kongresssitz abgeschirmt hatte, abgebaut. Straßen, die innerhalb dieses Kreises lagen und abgesperrt waren, wurden wieder geöffnet.

"Es ist wirklich traurig, denn ich hatte geglaubt, dass wir nach der Beseitigung der Barrieren wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren würden. Aber das zeigt nur, wie hoch das Risiko noch immer ist", sagte der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna dem Nachrichtensender "CNN". Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, schrieb auf Twitter, dass er für den verletzten Polizisten bete.

Alarmbereitschaft

Noch immer unterstützen Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde die lokalen Sicherheitskräfte. Die Capitol-Polizei betonte vergangene Woche auch, sie sei jederzeit bereit, die Sicherheitsvorkehrungen sofort wieder hochzufahren, falls das nötig sein sollte.

Nach der Erstürmung des Capitols am 6. Januar war die Capitol-Polizei in die Kritik geraten, weil die Sicherheitskräfte des Parlaments den Angriff nicht abwehren konnten. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Polizist. Das FBI stuft die Erstürmung des Capitols als inländischen Terrorismus ein.

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