US-Forscher erschaffen künstlichen Psychopathen

Das ist Norman, der Psychopath
Das ist Norman, der PsychopathBild: MIT
Norman heißt die weltweit erste „psychopathische künstliche Intelligenz". Norman sieht und denkt nur an Mord und Totschlag.

Norman ist nicht nur der Name des irren Killers aus Alfred Hitchcocks "Psycho", sondern auch der Name der weltweit ersten Künstlichen Intelligenz (KI) eines Psychopathen.

US-Forscher des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben Normans Algorithmen mit Bildunterschriften von Fotos gefüttert, die fast ausschließlich Blut, Gewalt und Gräueltaten zeigen. Sie stammen aus einem Unterforum der Internet-Plattform Reddit – einer Social Media-Website, auf der User-Texte sowie Linkinhalte zu finden sind.

Es muss Tote geben

Die erste Regel nach die Forscher das Material für Norman auswählten, lautete: "Es muss ein Bild oder Video in dem Beitrag geben, das zeigt, wie eine Person stirbt." Auch die Bildunterschriften mussten die Gewalttaten ganz genau beschreiben. Die MIT-Forscher wollten herausfinden, wie Daten das Verhalten von Künstlichen Intelligenzen verändern können.

Anschließend unterzogen die Forscher sowohl Norman als auch eine normale künstliche Intelligenz einem Rorschachtest. Der Tintenkleckstest des Schweizer Psychoanalytikers Hermann Rorschach basiert auf zehn Tafeln, die unterschiedliche TintenFleck-Muster zeigen. Die Testpersonen sollen dann beschreiben, was die Vorlagen zeigen könnten.





Die Welt ist ein Gemetzel



Das Ergebnis im Falle Norman: In jedem der Tintenklecksmuster erkannte die Künstliche Intelligenz ein Gemetzel. Wo die Standard-KI beispielsweise eine Blumenvase sah, erkannte Norman einen erschossenen Mann. Den Tintenklecks, den die Standard-KI als schwarz-weiß Foto eines kleinen Vogels interpretierte, sah Norman als Foto, das zeigt, wie ein Mann in eine Teigpresse gesteckt wird. Alle zehn getesteten Muster brachten solche Ergebnisse hervor.





Daten bestimmen Verhalten

Die Forscher zogen aus ihrem Experiment die Erkenntnis, dass sich das Verhalten und Denken einer künstlichen Intelligenz nicht vom eigenen Algorithmus, sondern zum großen Teil durch die Daten ergibt, die ihr zur Verfügung gestellt werden. Und jetzt sind wir alle klüger.

(GP)

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