Die 21-jährige Sarah Papenheim hat vor drei Jahren ihren Bruder verloren, nachdem dieser Suizid begangen hatte. Um die Tragödie zu verarbeiten zog sie vor zwei Jahren nach Rotterdam. Dort wollte sie Psychologie studieren. Doch am Mittwoch wurde sie Opfer eines Gewaltdelikts, berichtet BBC. Sie wurde erstochen in ihrem Studentenwohnheim gefunden.
Die Polizei hat kurz darauf einen Verdächtigen verhaftet. Er soll im gleichen Wohnheim leben wie das Opfer. Geschnappt wurde er im Bahnhof von Eindhoven, rund 110 Kilometer von Rotterdam entfernt.
„"Sie arbeitete immer mit einem Lächeln. Ein Engel."“
Bekannte der jungen Frau sind bestürzt. "Sie gehörte zur Familie", erklärt Fikret Egeman, Inhaber eines Kebab-Restaurants, in dem Papenheim teilzeit beschäftigt war. "Sie arbeitete immer mit einem Lächeln, den ganzen Tag, keine Probleme. Ein Engel."
Auch an der Universität ist man schockiert. "Unser tiefstes Mitgefühl geht an Sarahs Familie und Freunde in dieser schmerzlichen Zeit", teilte sie mit. Studenten und Unimitarbeitern würden nach dem Verbrechen auf Wunsch Psychologen zur Verfügung stehen.
„"Sie sagte: ‹Ich bin sein einziger Freund und er wird mir nicht weh tun.›"“
Papenheims Mutter habe letzte Woche noch mit ihrer Tochter telefoniert, erklärte sie gegenüber dem "Star Tribune". Dabei erwähnte die 21-Jährige, dass sich ihr Mitbewohner seltsam verhalte. "Ich sagte ihr, sie müsse da raus, er wirkte gefährlich." Sie habe jedoch abgelehnt. "Sie sagte: 'Nein Mom. Ich bin sein einziger Freund und er wird mir nicht weh tun.'" Der Student war laut der Zeitung Musiker und war in den letzten Wochen zunehmend wütender geworden.
„"Meine einzigen zwei Kinder habe ich beide verloren."“
Sarah wollte offenbar bei ihrem Freund übernachten. Sobald ihr Mitbewohner im Unterricht war, wollte sie Kleider aus ihrem Zimmer holen. Die Polizei erhielt daraufhin eine Meldung, dass in dem Wohnheim gestritten werde. Ihre Familie glaubt deshalb, dass sie dann getötet wurde. "Meine einzigen zwei Kinder habe ich beide verloren", sagt die Mutter zum "Star Tribune".
Papenheim ist in ihrer Heimat in Minnesota als begnadete Schlagzeugerin bekannt. In der Szene ist man tief bestürzt über ihren Tod. Andere Musiker wollen nun ein Benefiz-Konzert organisieren, damit Papenheims Familie ihren Leichnam in die USA holen kann. (vro)
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