US-Muslime spenden 120.000 Dollar für jüdischen Frie...

Der jüdische "Chesed Shel Emeth"-Friedhof in einem Vorort der US-Metropole St. Louis wurde in der Nacht auf Dienstag von antisemitischen Vandalen verwüstet. Nun sammelten US-Muslime in einer Spendenaktion mehr als 120.000 US-Dollar für die Reparatur des Friedhofs.

Der jüdische "Chesed Shel Emeth"-Friedhof in einem Vorort der US-Metropole St. Louis wurde in der Nacht auf Dienstag von antisemitischen Vandalen verwüstet. Nun sammelten US-Muslime in einer Spendenaktion mehr als 124.000 US-Dollar für die Reparatur des Friedhofs.

Es war ein großer Schock für die Gemeinde von University City, einem Vorort von St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. In der Nacht auf vergangenen Dienstag wurde der jüdische Friedhof dort in einem antisemitischen Vandalenakt verwüstet. Zahlreiche Grabsteine wurde umgeworfen und zerstört.

Die Bewohner und zahlreiche Politiker sprachen der jüdischen Gemeinde ihre Solidarität aus. Die muslimische Aktivistin Linda Sarsour startete im Internet eine Spendenaktion zur Reparatur des jüdischen Friedhofs. "Muslime vereint euch für die Reparatur des jüdischen Friedhofs", auf.

Die Reaktionen überraschten die Organisatoren: Das Ziel von 20.000 Dollar wurde in nur drei Stunden erreicht. Innerhalb der ersten 24 Stunden gingen 80.000 Dollar - das Vierfache des Spendenziels - ein. Nach drei Tagen wurden bereits mehr als 124.000 Dollar (umgerechnet knapp 118.000 Euro) gespendet.

Präsident Trump verurteilte Antisemitismus

Trump selbst hat die Zunahme an antisemitischen Vorfällen im Land als "schreckliche" und "schmerzhafte" Entwicklung verurteilt. Die Drohungen gegen die jüdische Gemeinde seien eine "sehr traurige Mahnung", dass im Land noch viel Arbeit zu leisten sei, "um Hass, Vorurteile und Böses auszumerzen", sagte er beim Besuch eines neuen Museums für afroamerikanische Geschichte und Kultur in Washington. Die Verurteilung kommt nach Ansicht vieler Bürgerrechtler sehr spät.

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump beklagen Bürgerrechtler in den USA einen Anstieg an rassistischen Übergriffen und dass Hass-Gruppierungen starken Aufwind erfahren würden. So gab es etwa am Montag Bombendrohungen gegen rund ein Dutzend jüdischer Einrichtungen im ganzen Land. Seit Trumps Amtsantritt wurden 69 solcher antisemitischer Drohungen dokumentiert.

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