US-Rapper Mos Def ließ sich zwangsernähren

Bild: YouTube/Heute-Fotomontage

US-Rapper Mos Def schockt per Video: Aus Protest gegen Zwangsernährung von Guantanamo-Häftlingen ließ er sich jetzt ebenfalls durch den Schlauch ernähren. In einem Video im Internet ist zu sehen, wie dem im orangenen Gefangenanzug gekleideten Künstler flüssige Nahrung über einen Schlauch in die Nase eingeführt wird.

  US-Rapper Mos Def   schockt per Video: Aus Protest gegen Zwangsernährung von Guantanamo-Häftlingen ließ er sich jetzt ebenfalls durch den Schlauch ernähren. In einem Youtube-Video im Internet ist zu sehen, wie dem im orangenen Gefangenanzug gekleideten Künstler flüssige Nahrung über einen Schlauch in die Nase eingeführt wird.

"Der erste Teil ist nicht so schlimm, aber dann bekommst du dieses Brennen. Und es beginnt, wirklich unerträglich zu werden", sagt der Rapper. Wenig später bricht er das Experiment unter Schmerzensschreien ab. "Ich konnte es nicht ertragen", sagt er im Video.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Reprieve unterzog sich der Musiker, der sich auch Yasiin Bey nennt, in dem am Montag veröffentlichten Video der Behandlung, wie sie in dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba angewendet wird.

Die Zeitung "Miami Herald" berichtet, dass sich derzeit 106 der 166 im "Krieg gegen den Terror" festgesetzten und unter rechtlich fragwürdigen Umständen Inhaftierten im Hungerstreik befinden - 45 davon werden gegen ihren Willen ernährt.

Mit dem in Nordamerika am Mittwoch beginnenden haben die US-Behörden angekündigt, nur noch nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang Zwangsernährungen durchzuführen. Nur dann essen und trinken fromme Muslime in diesem Zeitraum.

Lesen Sie weiter: Appell an Obama zur Beendigung der Zwangsernährung in Guantanamo

Demokratische Partei appelliert an Obama

Führende Abgeordnete der Demokratischen Partei haben an US-Präsident Barack Obama appelliert, der Zwangsernährung hungerstreikender Häftlinge im US-Gefangenenlager Guantanamo ein Ende zu setzen. Die Senatoren Dick Durbin und Dianne Feinstein kündigten am Dienstag in Washington an, Obama in einem Brief aufzufordern, von seiner Weisungsbefugnis Gebrauch zu machen.

"Ich denke, der Kongress hat eine Mitschuld an der gegenwärtigen, komplizierten Situation", sagte Durbin bei einer Anhörung im Justizausschuss des Senats. Feinstein, die Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, war vor kurzem in Guantanamo. "Die Häftlinge werden in einen Sitz gezwängt, dann wird ihnen zweimal am Tag eine mit Olivenöl geschmierte Sonde eingeführt, durch die Nase und dann in den Magen", schilderte sie die Zustände in dem Lager. "Das geht so Woche für Woche, Monat für Monat."

on den derzeit 166 Häftlingen auf dem US-Stützpunkt im Südosten Kubas sind 106 aus Protest gegen ihre Inhaftierung im Hungerstreik, 45 von ihnen werden zwangsernährt. "Wir wollen nicht, dass sie sterben", hatte Obamas Sprecher Jay Carney zuvor erklärt. "Es wird das veranlasst, um es zu verhindern."

Ein Großteil der Guantanamo-Insassen wird seit Jahren ohne Anklage und unter rechtlich fragwürdigen Umständen festgehalten. Obama hatte nach seinem Amtsantritt versucht, das unter seinem Vorgänger George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 für mutmaßliche, islamistische Terroristen eingerichtete Lager schließen zu lassen, scheiterte aber am Widerstand im Kongress. Im Mai kündigte er an, er werde einen neuen Anlauf unternehmen.

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