Welt

US-Repräsentantenhaus will Waffenrecht lockern

Sie haben nichts gelernt: Trotz Massakern wie in Las Vegas (58 Tote) sollen im US-Waffenrecht weitere Beschränkungen fallen.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:17

Und wieder grüßt das Murmeltier! Auch nach den schlimmsten Amokläufen und Massakern mit Schusswaffen heuer in den USA denkt Washington gar nicht daran, das Waffenrecht in irgendeiner Weise einzuschränken. Im Gegenteil: Statt etwa den Kauf bestimmter Gewehre zu erschweren, könnten die Gesetze sogar noch gelockert werden – einen entsprechenden Entwurf hat das US-Repräsentantenhaus nun verabschiedet.

Die schrecklichen Bilder sind uns allen noch gut im Gedächtnis: Vor zwei Monaten erschoss ein Amokschütze in Las Vegas 58 Konzertbesucher, Anfang November tötete ein Mann 25 Menschen in einer texanischen Kirche. Doch auch die jüngsten Massaker scheinen die 231 Abgeordneten in Washington nicht zu beeindrucken: Sie stimmen jetzt dafür, dass verdeckt getragene Waffen über Grenzen in Bundesstaaten oder an Orte gebracht werden können, die eigentlich schärfere Waffengesetze haben.

Das Gesetz muss jetzt vom Senat verabschiedet werden

Immerhin stimmten 198 Abgeordnete dagegen. Und: Der Gesetzentwurf muss jetzt noch in den Senat, wo die Zustimmung nicht als sicher gilt. Die ehemalige Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords kritisierte den Beschluss scharf: "Nach zwei der schlimmsten Massentötungen in der Geschichte unserer Nation hat der Kongress direkte Anweisungen von der Waffenlobby entgegengenommen und einen Gesetzentwurf verabschiedet, der existierende Bundesgesetze außer Kraft setzt und es gefährlichen, unerfahrenen Menschen erlaubt, Waffen in jeden Staat und in jede Stadt mitzunehmen."

Giffords war 2011 im Bundesstaat Arizona selbst Opfer eines Amokschützen geworden – die demokratische Abgeordnete überlebte mit schweren Kopfverletzungen und engagiert sich seither im Kampf gegen die Waffengesetze in den USA.

Für viele Amerikaner gehört das in der Verfassung festgelegte Recht auf Waffenbesitz allerdings zur nationalen Identität und ist Ausdruck eines historischen Misstrauens gegenüber dem Staat –die "National Rifle Association" ist zudem eine der größten und mächtigsten Lobbygruppen im Land. (tas)

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