USA fliegen Luftangriffe gegen IS im Irak

Bild: Uncredited

US-Präsident Barack Obama hat Luftangriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak angeordnet. Obama sagte in Washington, die "zielgerichteten Luftangriffe" dienten zum Schutz von Zivilisten und US-Soldaten. Die USA müssen handeln, um einen "Völkermord" an den Yeziden (Jesiden) im Nordirak zu verhindern, betonte Obama. Freitagnachmittag (MEZ) haben die Angriffe begonnen.

(IS) im Irak angeordnet. Obama sagte in Washington, die "zielgerichteten Luftangriffe" dienten zum Schutz von Zivilisten und US-Soldaten. Die USA müssen handeln, um einen "Völkermord" an den Yeziden (Jesiden) im Nordirak zu verhindern, betonte Obama. Freitagnachmittag (MEZ) haben die Angriffe begonnen.

Die US-Luftwaffe hat Stellungen der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak angegriffen. US-Kampfflugzeuge hätten reagiert, nachdem die Jihadisten die Kurdenhauptstadt Erbil mit Artillerie beschossen hätten, erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby am Freitag.

Die Angriffe auf die IS-Stellungen seien mit Kampfjets vom Flugzeugträger "George H.W. Bush" geflogen worden, der bereits im Juni in den Persischen Golf verlegt worden war. Zwei F18-Kampfjets hätten 220 Kilogramm schwere Bomben nahe Erbil abgeworfen, ließ "NBC" wissen. "CNN" berichtete von lasergelenkten Präzisionsbomben.

Irakische Luftwaffe greift ebenfalls an

Auch die irakische Luftwaffe hat mit neuen Angriffen auf Stellungen der IS begonnen. Bereits in der Nacht zum Freitag seien bei Luftschlägen 130 Jihadisten in der Region von Mossul getötet worden, berichtete das kurdische Nachrichtenportal "Basnews". "Sumaria News" meldete ebenfalls, dass mehr als 105 IS-Kämpfer bei einem Angriff auf die Stadt Sinjar getötet und verletzt worden seien.

Mit dem Militäreinsatz will Obama den Vormarsch der IS-Kämpfer auf die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion stoppen. Dort haben US-Militärberater ein gemeinsames Einsatzzentrum mit der irakischen Armee eingerichtet, zudem gibt es dort ein US-Generalkonsulat.

UNO verurteilte IS-Terror

Zuvor hatte der UNO-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung den IS-Terror scharf verurteilt und die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, dem Irak zu helfen. Das mächtigste UNO-Gremium zeigte sich "schockiert" über das Schicksal tausender Yeziden (Jesiden) und Christen, die vor den Jihadisten geflohen sind und "dringend humanitäre Hilfe" benötigten, sagte der britische UNO-Botschafter Mark Lyall Grant.

Der US-Präsident betonte, dass er sich die Entscheidung für Luftangriffe nicht leicht gemacht habe. "Ich nehme keine Entscheidung so ernst wie jene zum Einsatz militärischer Gewalt", sagte Obama. Schließlich hätten die Vereinigten Staaten "andere Werkzeuge in unserem Arsenal". Doch wenn das Leben von Amerikanern und jenes von Tausenden Zivilisten in Gefahr sei, müssten die USA handeln.

"Keinen weiteren Krieg im Irak"  

Drei Jahre nach der prestigeträchtigen Beendigung des umstrittenen Militäreinsatzes im Irak unterstrich Obama zudem, dass er keine Bodentruppen ins Zweistromland schicken werde. "Wir werden keinen weiteren Krieg im Irak führen", betonte er. Neben den Luftangriffen ordnete Obama auch den Abwurf von Hilfsgütern über dem Irak an. Im Sinjar-Gebirge sind nach UNO-Angaben rund 200.000 Menschen ohne Lebensmittel und Wasser eingeschlossen, die vor den IS-Extremisten geflüchtet sind.

"Wie bei einem Exodus"

Ein Völkermord drohte nach Angaben des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche, Louis Raphael I. Sako, auch an den Christen im Nordirak. Seinen Angaben zufolge flohen Hunderttausend Menschen am Donnerstag zum Teil zu Fuß aus ihren Heimatdörfern. "Wie bei einem Exodus oder vergleichbar mit einem Kreuzweg flüchten Christen zu Fuß in der sengenden Sommerhitze des Irak in die kurdischen Städte Erbil, Duhok und Sulaymaniya, unter ihnen auch kranke und alte Menschen, Kinder und Schwangere", sagte der Patriarch.

 

Nicht in Bushs Fußstapfen  

Obamas Vorgänger George W. Bush war im März 2003 ohne UNO-Mandat in das Zweistromland einmarschiert und hatte Machthaber Saddam Hussein gestürzt. Bushs Regierung rechtfertigte den Angriff mit einer angeblichen Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie Verbindungen der irakischen Führung mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida. Beide Gründe stellten sich später als falsch heraus. Nach einer jahrelangen Besatzung, die von blutigen Auseinandersetzungen zwischen der schiitischen Mehrheitsbevölkerung und der sunnitischen Minderheit im Irak geprägt war, zog Obama Ende 2011 die letzten US-Truppen ab.

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