Welt

USA schicken keine Bodentruppen in den Irak

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:19

US-Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry haben am Mittwoch klargestellt, dass keine US-Bodentruppen im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" zum Einsatz kommen. Laut Kerry sollen örtliche Kräfte für diese Aufgabe gewappnet werden. Der IS hatte zuvor in einem Blog angekündigt, Touristenplätze wie den Times Square zu attackieren.

US-Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry haben am Mittwoch klargestellt, dass keine US-Bodentruppen im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" zum Einsatz kommen. Laut Kerry sollen örtliche Kräfte für diese Aufgabe gewappnet werden. Der IS hatte zuvor in einem Blog angekündigt, Touristenplätze wie den Times Square zu attackieren.

"Als euer Oberbefehlshaber der Streitkräfte werde ich euch und den Rest unserer bewaffneten Streitkräfte nicht zu einem weiteren Bodenkrieg im Irak verpflichten", sagte Obama am Mittwoch bei einem Besuch des Zentralkommandos in Tampa (Florida), das auch für den Irak und Syrien zuständig ist. Zugleich warnte er die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor dem langen Arm des US-Militärs. "Unsere Reichweite ist groß, letztendlich werden wir euch finden."

Kerry, der in der Region und in Europa um Unterstützung für den Anti-IS-Kampf geworben hatte, äußerte sich bei einer Anhörung im Außenausschuss des Senats zur Strategie: "Die Vereinigten Staaten werden es nicht im Alleingang machen", betonte Kerry. Der Schlüssel zum Sieg liege vielmehr darin, örtliche Kräfte für den Kampf gegen die Sunnitenmiliz zu wappnen. Im Irak seien das die dortigen Sicherheitskräfte, im benachbarten Syrien sei die "moderate" Opposition das "beste Gegengewicht" der IS-Kämpfer.

Bis zu 31.000 IS-Kämpfer im Irak

Die Unterstützung für die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat laut der US-Bundespolizei seit Beginn der US-Luftangriffe im Irak zugenommen. Die IS-Milizen hätten den Einsatz der sozialen Medien verstärkt und die Unterstützung im Internet sei gewachsen, sagte der FBI-Direktor James Comey am Mittwoch im US-Abgeordnetenhaus.

Der Direktor des Nationalen Anti-Terror-Zentrums, Matthew Olsen, sagte, die Zahl der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien liege nunmehr zwischen 20.000 und 31.000. Dies bedeute insgesamt einen Anstieg der Truppenstärke. Laut Olsen verfügt die Gruppe aus Lösegeldzahlungen und Erdölverkäufen über tägliche Einnahmen von rund einer Million Dollar (772.000 Euro).

Anschläge auf Tourismus-Hotspots befürchtet

Die USA leben zur Zeit in Terror-Angst: Die Dschihadisten fordern ihre Anhänger zu Rohrbomben-Attacken am Times Square, an der Casino-Meile in Las Vegas, Ziele in Texas und Bahnhöfen in anderen US-Metropolen auf.

In einem Posting auf einem einschlägigen Forum kursieren Anleitungen zur Herstellung tödlicher Rohrbomben. Das Posting wurde bereits vor drei Wochen veröffentlicht und tauchte nun wieder auf – zur selben Zeit, als das Video von der Enthauptung des Briten David Haines von ISIS ins Netz gestellt wurde. Genau mit Hilfe dieser Anleitung hatten die Zarnajew-Brüder im vergangenen Jahr ihre Bomben für den Anschlag auf den Boston-Marathon gebastelt, bei dem drei Menschen starben.

Neues Video: Widerstand angekündigt

In einem neuen Video droht die IS den USA unverhohlen mit Widerstand im Irak. Der seit Dienstag im Internet verbreitete Film trägt den Titel "Flammen des Krieges". Er zeigt Bilder von Jihadisten, die Panzer beschießen und zerstören. Zu sehen sind zudem US-Soldaten, unter anderem wie sie einen Verwundeten wegtragen.

Auch US-Präsident Barack Obama wird eingeblendet. Er sagt in einem Ausschnitt, US-Kampftruppen würden nicht in den Irak zurückkehren. Der 52 Sekunden lange Film endet mit der Einblendung "Der Kampf hat erst begonnen". Das Video wird als "Trailer" bezeichnet.
Im Irak sind derzeit rund 1.500 US-Soldaten stationiert, allerdings handelt es sich nicht um Kampftruppen. Die IS kontrolliert . Obama will die Organisation vernichten.

 

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