Nach den US-Warnungen vor Terroranschlägen bleibt die deutsche Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa "bis auf Weiteres" geschlossen. Die USA fordern alle Staatsbürger zum Verlassen des Jemen auf. Eine US-Drohne tötete zuvor im Zentral-Jemen vier mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder. Österreich schließt keine Botschaften, hat aber bereits seit längerem eine Reisewarnung für den Jemen ausgesprochen.
bleibt die deutsche Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa "bis auf Weiteres" geschlossen. Die USA fordern alle Staatsbürger zum Verlassen des Jemen auf. Eine US-Drohne tötete zuvor im Zentral-Jemen vier mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder. Österreich schließt keine Botschaften, hat aber bereits seit längerem eine Reisewarnung für den Jemen ausgesprochen.
Die Terror-Gefahr im Jemen scheint sich zuzuspitzen: Die US-Regierung haben am Dienstag alle Staatsbürger dazu aufgefordert, das südarabische Land sofort zu verlassen. Gleiches gelte wegen der "extrem hohen Bedrohung" für alle Mitarbeiter im Staatsdienst im Jemen, die nicht unbedingt für Notdienste benötigt würden, teilte das US-Außenministerium am Dienstag mit. Auch Großbritannien zog alle Mitarbeiter aus seiner Botschaft ab.
Bereits am Freitag war vor möglichen Anschlägen des Terrornetzwerks Al-Kaida und verbündeter Extremisten "vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika" während des Monats August gewarnt worden. Die USA veranlassten die Schließung von 19 Botschaften und Konsulaten im Mittleren Osten und Afrika bis zum 10. August. Auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien sperrten ihre Vertretungen in Sanaa (Jemen). Norwegen zog später ebenfalls nach und schloss gleich mehrere Botschaften im arabischen Raum.
Keine Botschafts-Schließung, aber Reisewarnung
Österreich plant weiterhin keine Schließung von Botschaften in islamischen Ländern. Im Außenamt hieß es am Dienstag, es gebe "keine Änderung" in dieser Frage. Außerdem könne eine Botschaftsschließung nur im Einzelfall beurteilt werden. Die Reisehinweise würden ohnehin laufend aktualisiert. Was den spezifischen Fall von Jemen betrifft, gebe es außerdem schon seit langem seitens Österreichs eine Reisewarnung.
US-Drohne tötete Al-Kaida-Anhäger
Eine US-Drohne hat im Zentral-Jemen vier mutmaßliche Extremisten mit Verbindung zum Terrornetz Al-Kaida getötet. Die von dem unbemannten Flugkörper abgeschossene Rakete traf das Fahrzeug der vier Männer in der Provinz Marib, das danach völlig ausbrannte, berichtete das jemenitische Webportal "Mareb Press" am Dienstag. Einer der Getöteten scheint auf einer jemenitischen Terror-Liste auf.
Jemens Behörden haben eine Liste mit 25 gesuchten Verdächtigen veröffentlicht. Es handle sich um Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida, die wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gesucht würden, teilte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Sie hätten "Terrorattacken während der letzten Tage des Fastenmonats Ramadan" sowie zum islamischen Fastenbrechen Eid al-Fitr Ende dieser Woche geplant.
Terror-Warnung nach abgehörtem Telefonat
Die vorübergehende Schließung der US-Botschaften in vielen Ländern der islamischen Welt und die Reisewarnung des US-Außenministeriums sind nach Medienberichten auf ein abgehörtes Telefonat zwischen Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri und seinem Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wuhayshi, zurückzuführen. In diesem Gespräch habe Wuhayshi den Befehl erhalten, vom vergangenen Sonntag an Angriffe gegen US-Einrichtungen zu führen. Es sei um "etwas Großes" gegangen, hieß es.
APA/red.