In der Ukraine geht es Schlag auf Schlag: Am Montag ist der Bürgermeister von Charkiw angeschossen worden. Die von prorussischen Milizen in der Ostukraine festgehaltenen sieben OSZE-Militärbeobachter sind ernsthaft in Gefahr.
In der Ukraine geht es Schlag auf Schlag: Am Montag ist der Bürgermeister von Charkiw angeschossen worden. Die von prorussischen Milizen in der Ostukraine festgehaltenen sieben OSZE-Militärbeobachter sind ernsthaft in Gefahr. Die USA haben die Sanktionen gegen Russland verschärft.
In der krisengeschüttelten Ostukraine ist der Bürgermeister der Millionenstadt Charkiw (Charkow) bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt worden. Gennadi Kernes wurde in den Rücken geschossen. Der Politiker wurde in ein Krankenhaus gebracht, die Ärzte starteten eine Notoperation.
Charkiw ist nach Kiew mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und mit 42 Universitäten und Hochschulen das bedeutendste Wissenschafts- und Bildungszentrum des Landes.
Indes wird die Lage um die OSZE-Beobachter immer kritischer: Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Pedro Poroschenko sagte gegenüber der "Bild": "Der selbst ernannte Bürgermeister von Slawjansk ist ein Terrorist. Er hat Ukrainer foltern lassen, Politiker getötet. Er ist völlig durchgedreht und bereit, seine Waffen auch auf Ausländer zu richten."
Für neues Militärbündnis gegen Russland
Poroschenko fordert ein Militärbündnis seines Landes mit dem Westen außerhalb der NATO-Strukturen. "Wenn ich Präsident werden sollte, wird unser Land ein neues Militärbündnis mit den USA und Europa forcieren." Russland müssten Grenzen aufgezeigt werden, die Putin nicht überschreitet. Wenn die USA und andere Länder zusichern, im Fall eines Einmarschs von Russland die Ukraine zu schützen, dann werde sich Russland nicht trauen, diese Grenze zu überschreiten.
"Wir müssen stürmen"
Poroschenko forderte Moskau erneut auf, die Rebellen in der Ostukraine zu stoppen. Ansonsten werde die ukrainische Armee eingreifen. "Wenn sich die Terroristen nicht ergeben, müssen wir die Gebäude stürmen lassen", so der Schoko-König.
USA verschärfen Sanktionen
Die USA haben ihre Sanktionen gegen Russland weiter verschärft. Die Strafmaßnahmen betreffen sieben russische Regierungsvertreter sowie 17 Unternehmen mit Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin, wie das Präsidialamt in Washington am Montag mitteilte. Außerdem würden Exportlizenzen für bestimmte High-Tech-Produkte nicht mehr erteilt, wenn diese auch vom russischen Militär genutzt werden könnten.
Entsprechende bereits genehmigte Lizenzen würden zurückgenommen. Die US-Regierung drohte zudem für den Fall weiterer russischer Militäreinsätze in der Ukraine mit Sanktionen gegen ganze Schlüsselsektoren der russischen Wirtschaft. Konkret sehen die Sanktionen gegen die Einzelpersonen den Angaben zufolge das Einfrieren von US-Konten und Reisebeschränkungen vor. Namen der Betroffenen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
15 weiterer Personen auf Sanktionsliste
Die EU hat am Montag die Sanktionsliste gegen 15 weitere Russen verhängt, wie am Montag bekannt wurde. Bisher sind schon 33 Russen und Ukrainer von solchen Maßnahmen betroffen.
Am Freitag verschleppt
Prorussische Milizen in der Ostukraine hatten am Freitag nahe Slawjansk acht . Was mit den fünf ebenfalls festgesetzten ukrainischen Militärs passiert ist, ist unklar.
OSZE verlangt Freilassung
Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, der Schweizer Außenminister Didier Burkhalter, fordert die sofortige Freilassung der Militärbeobachter. Detto die deutsche Bundesregierung. Für Burkhalter ist die Festsetzung der unbewaffneten Militärinspekteure "inakzeptabel". Die Sicherheit aller internationalen Beobachter müsse sichergestellt werden, so der Schweizer.
Weiteres Polizeigebäude besetzt
Montagfrüh haben pro-russische Separatisten ein weiteres Gebäude eingenommen. Das Polizei-Präsidium in der Stadt Kostjantyniwka ist in ihrer Gewalt. Etwas 30 Mann besetzen das Erdgeschoss.
Schlägerei zwischen Fußballfans
Bei einer Massenschlägerei zwischen ukrainischen Fußballfans und prorussischen Angreifern sind in Charkiw (Charkow) am Wochenende mindestens 14 Menschen verletzt worden. Die Anhänger der an sich verfeindeten Clubs Metalist Charkow und Dnjepr Dnjepropetrowsk demonstrierten gemeinsam für eine vereinte Ukraine, als sie von prorussischen Aktivisten mit Knüppeln angegriffen wurden.
Auch in Donezk kam es Montagabend bei Zusammenstößen zwischen pro-russischen Aktivisten und Anhängern der Regierung in Kiew zu 14 Verletzten. Einige der mit Schlagstöcken und Messern bewaffneten pro-russischen Angreifer warfen bei der Demonstration am Montag Steine und Blendgranaten auf die Demonstranten in der Regionalhauptstadt, wie ein AFP-Reporter berichtete.