Österreich

Ute Bock hat nun Goldenes Verdienstzeichen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:14

Bundespräsident Heinz Fischer hat die Flüchtlingshelferin Ute Bock am Donnerstag mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Bundespräsident Heinz Fischer hat die Flüchtlingshelferin Ute Bock am Donnerstag mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

"Die Auszeichnung ist eine symbolische Geste, aber eine deutliche Geste, dass man ihre außergewöhnliche und unorthodoxe Arbeit schätzt und weiß, wie viel Idealismus, Kraft und innere Energie dazugehören", so Fischer in seiner Rede. Bocks Engagement habe schon immer weit über ihr ursprüngliches Aufgabengebiet hinausgeführt, betonte Fischer. Die Auszeichnung sei als Statement gemeint.

"Ich habe einen Vogel"

Bock zeigte sich bescheiden: "Ich bedanke mich herzlich für diesen Preis, obwohl ich immer noch glaube, dass ich ihn nicht verdiene". Sie dankte ihren Unterstützern: "Ich habe einen Vogel, aber es gibt viele Leute, die meinen Vogel unterstützen".

Unermüdlich auch nach Pensionierung

Bock, am 27. Juni 1942 in Linz geboren, begann nach der Matura in einem Heim für schwer erziehbare Sonderschüler zu arbeiten. Ab den 70er Jahren kümmerte sie sich in einem Gesellenheim in der Zohmanngasse in Wien-Favoriten um Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Seit Anfang der 90er Jahre betreut sie in der Zohmanngasse jugendliche Asylwerber. Auch ihre Pensionierung im Jahr 2003 beendete ihr Engagement nicht, mit eigenen Renteneinkünften und Spenden bezahlte sie Unterkünfte für obdachlose Flüchtlinge.

"Oft mit Angriffen konfrontiert"

Bocks Wohnprojekt umfasst mittlerweile rund 60 Wohnungen, in denen sie über 310 Menschen Unterkunft und Verpflegung bietet. Zusätzlich hat sie für mehrere hundert Asylwerber eine Meldeadresse und juristische Beratung organisiert, damit diese ihre Asylverfahren weiterführen können. Fischer wies darauf hin, dass Bocks Tätigkeit oft nicht reibungslos und glatt verlaufen sei. "Ute Bock musste unter sehr schwierigen Bedingungen ihre Arbeit leisten und wird immer wieder mit Kritik und Angriffen konfrontiert", so Fischer.

  

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