Die sommerlichen Temperaturen beim Nova Rock machten nicht nur den Besuchern (1460 Behandlungen), sondern auch den Künstlern zu schaffen. Die in Vampir-Montur getauchte Band Cradle of Filfth rockten etwa am Samstagnachmittag die Bühne, als es in der Sonne bis zu 35 Grad heiß war. Am Abend folgen HIM, Deichkind und Kiss.
Die britischen Black-Metal-Gothic-Rocker lieferten zwar keine , das Wetter sorgte schon alleine dafür, dass es brütend heiß war. Mit einem Make-Up nach dem Motto "Tanz der Vampire" wagten sich die nicht gerade luftig angezogenen Band-Mitglieder auf die Bühne. Man würde in der Sonne ja eigentlich zu Staub zerfallen, meinte Sänger Dani Filth alias Daniel Lloyd Davey. "Aber wir tragen darum spezielles Make-up", betonte der Schreihals.
So mancher lachte über die musikalische Darbietung, eine Death-Metal-Oper mit Brüll-und-Kreisch-Stimme, Keyboards und geschredderten Gitarrensoli. Andere würdigten das Gebotene mit Headbangen. Platz vor der Bühne war ja noch genug für körperliche Betätigungen.
Auf der Suche nach Erfrischung
Während die Bandmitglieder im Schweiße ihres Angesichts spielten, zog sich das weniger an Getöse interessierte Publikum in ein kleines Swimmingpool in die Nova-Rock-Oase zwischen der "Red Stage" und der "Blue Stage" zurück, um sich abzukühlen. Das Wetter bleibt auch am Samstag beständig und trocken.
"The 69 Eyes" eröffneten am Samstag das Programm. Die Finnen bedienten zwar jede Menge Rock-Klischees, passten mit stampfenden Sleaze- und Garagenhymnen wie "D'You Wanna Rock" aber recht gut zu einem Open Air dieser Ausprägung. Die Fans schienen zufrieden. Die nachfolgende Band Amaranthe kam gleich mit zwei Sängern und einer Sängerin, musste zeitweise aber trotzdem ohne Gesang auskommen - weil die Mikros wiederholt ausfielen. Die gebotene Mischung aus Songcontest tauglichem Euro-Dance und Death Metal der schwedisch-dänischen Formation scheuchte sensible Ohren in die Zelte zurück.
Wassermangel füllt Lazarett
Hochbetrieb herrscht auch bei den Sanitätern. "Bisher haben wir 1.460 Behandlungen durchgeführt und 55 Personen ins Krankenhaus gebracht", so Thomas Horvath, Sprecher des Roten Kreuzes. "Wir haben sehr viele Patienten mit Hitze-Erschöpfung. Die Leute sollen unbedingt mehr Wasser trinken", appellierte er an die Besucher.
Vor allem, aber nicht nur harte Töne
Das Line-Up auf der "Blue Stage" war mit weiteren Acts wie Dragonforce, Parkway Drife, Amon Amarth, Him und dem Headliner Kiss hart gehalten. "Wir wundern uns schon ein bisschen, warum wir hier sind", lachte Kelly Jones, Sänger der Waliser Brit-Rock-Band Stereophonics, im Interview. "Hier laufen so viele schwarz gekleidete Menschen herum, dass wir unsere Setlist geändert und härtere Songs ausgepackt haben. Und wenn alles nicht hilft, spielen wir Kiss-Lieder. Wir können zum Beispiel 'Detroit Rock City' spielen." Jones' Sorgen dürften jedoch unbegründet sein, standen auf "seiner" Bühne, der "Red Stage", buntere Acts wie Bauchklang, der Reggae-Sänger Gentleman und Headliner Deichkind in der Warteschleife.
Äußerst zufrieden zeigte sich am zweiten Festivaltag die Exekutive: "Es ist nach wie vor sehr ruhig, die Besucher sind sehr diszipliniert", sagte Michael Takacs, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Burgenland.