"Mut zum Träumen" – Präsident VdB macht Ansage für 2021

Der erste politische Fixpunkt eines jeden Jahres: Die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten.
Der erste politische Fixpunkt eines jeden Jahres: Die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten.Präsidentschaftskanzlei
In seiner Neujahrsansprache lädt Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Träumen ein und wagt einen Blick auf die Zeit nach Corona. 

Traditionell beginnt das Polit-Jahr in Österreich mit der Neujahrsansprache des Bundespräsidenten. Alexander Van der Bellen erinnert in der diesjährigen Ausgabe an die "Last des alten" Jahres, an "die Last der Pandemie". Am 1. Jänner sei stets "eine gewisse Ruhe" fühlbar, heuer, inmitten eines Lockdowns, sei diese Stille wohl noch ein wenig tiefer. Zwar ist das Staatsoberhaupt davon überzeugt, dass 2021 besser wird und in Zukunft, auch dank der Corona-Impfungen, "wieder alles möglich" scheint, gleichzeitig mahnt Van der Bellen auch Reflexion und Nachdenklichkeit ein. 

"Jetzt ist die Zeit, in der wir träumen sollten, wie wir unsere Welt verbessern können. Jetzt ist die Zeit, in der wir weiter blicken müssen. Für uns, für unsere Kinder, unsere Enkelkinder. Ohne Scheu, auch völlig neu zu denken. Ohne Angst, zu groß zu denken. Wir sind zu unerhörten Leistungen fähig, wenn es darauf ankommt. Das hat doch das letzte Jahr bewiesen. Wenn die Forscherinnen und Forscher, wenn wir Menschen es hinbekommen, innerhalb von kürzester Zeit eine Impfung gegen das Coronavirus zu entwickeln, was können wir noch alles erreichen?", so Van der Bellen. 

Manche frühere Gewohnheiten, die kaum noch hinterfragt worden seien, "waren durchaus problematisch". Es stelle sich nun die Frage, ob wir zu ihnen zurückkehren wollen oder 2020 als Zäsur nutzen würden. Als Beispiel nannte der studierte Ökonom und frühere Grünen-Politiker die Möglichkeit "eine florierende Wirtschaft und eine blühende Natur nicht als Gegensätze zu sehen, sondern als Ziele, die sich gegenseitig bedingen?" Es gebe viele "neue, klimaorientierte und nachhaltige Technologien, die zum Motor eines neuen Aufschwunges werden können". Man könne etwas "viel Besseres" für Mensch und Natur schaffen. "Das wünsche ich mir für Österreich. Das wünsche ich mir für Europa."

"Gefühl, dass Pandemie vorbei ist"

Für das gesellschaftliche Zusammenleben wünscht sich der Bundespräsident, dass die Bevölkerung Frieden schließe "mit der Erkenntnis, dass wir nur durch Gegensätze wachsen und lernen können". Die Gesellschaft werde durch "gegenseitigen Respekt nur stärker", so Van der Bellen. "Wie wäre es, wenn wir unser wunderschönes Österreich und die liberale Demokratie wieder mehr schätzen würden? Und die Europäische Union, diese weltweit einzigartige Errungenschaft? Wenn wir gemeinsam mit unseren Europäischen Freunden ernsthaft beginnen würden, auch eine global positiv gestaltende Kraft zu werden? Das geht, glauben Sie mir.  Und wie wäre es, wenn wir den schreienden Gegensatz zwischen wohlbehütet und auf der Flucht oder zwischen Arm und Reich abmildern würden? Und auch das geht, glauben Sie mir", leistet der Präsident Überzeugungsarbeit. 

Es werde der Zeitpunkt kommen, wo sich das Gefühl einstelle, dass die Pandemie vorbei sei "oder zumindest unter Kontrolle". Doch dann sei es wichtig, das abgelaufene Jahr nicht so schnell wie möglich zu vergessen und zur Tagesordnung überzugehen. "Dann haben wir den ersten Schritt in eine bessere Welt schon getan. Und lassen Sie uns dann den Mut fassen und unsere Träume gemeinsam verwirklichen", so der Präsident abschließend.

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