Ein Graffiti-Gespraye an der Wand, ein zerstörter Mistkübel, ein zerkratzter Schreibtisch in der Schule: Jeder 5. Schüler in OÖ gibt zu, so etwas schon mal gemacht zu haben.
Für viele gilt es als entschuldbare Tat, in Wahrheit ist es aber kriminell. Und jeder fünfte Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren in Linz hat es schon getan: Vandalismus.
Das zeigt eine große Umfrage der JKU im Auftrag der Stadt Linz, an der sich immerhin 31 von 35 Schulen beteiligt haben.
Befragt wurden Schülerinnen und Schüler (1.091 gesamt), die in der Stadt Linz wohnen. "Wir wollten endlich Daten zu diesem Thema haben", erklärt der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ).
Das Thema selbst allerdings ist vielschichtig. Vandalismus deckt nämlich eine breite Palette an Delikten ab. Die reicht vom Zerkratzen des Schreibtisches in der Schule, bis zu Graffiti, deren Entfernung Zehntausende Euro kosten kann.
Viele machen es aus Langeweile
Und: Viele der Befragten gaben zu: "Ich war im letzten Jahr
kriminell!" Genau sind es 21 Prozent, also jeder fünfte Schüler. Das Tatenranking: Scratching (Zerkratzen), andere Beschädigungen und Graffiti.
Dabei wissen sie aber auch, dass es eigentlich verboten ist. Über 80 Prozent finden Graffiti schlimm, mehr als 90 Prozent die Zerstörung einer Straßenlaterne.
Eher klassisch für dieses Alter sind die Gründe für die Taten – Wutabbau, Unterhaltung und einfach Langweile.
"Überraschend viele Schüler haben auch Angst vor dem Erwischtwerden und den danach folgenden Konsequenzen. Immerhin 72 Prozent erwarten, dass die Polizei eingeschaltet wird, 67 Prozent rechnen mit einer Anzeige", so Kriminologe Helmut Hirtenlehner, der an der Befragung mitgearbeitet hat.
Es gibt kaum Anzeigen
Dabei zeigt die Realität ein ganz anderes Bild. "Wir nehmen an, dass nicht einmal fünf Prozent der Delikte überhaupt angezeigt werden", so Hirtenlehner. Zudem kommt es nur bei ganz schweren Fällen von Vandalismus auch wirklich zu Gerichtsverhandlungen.
Präventionsarbeit ist allerdings schwierig. Vandalismus ist keine Frage der Herkunft, sie betrifft alle Schichten. Was man aber tun kann, ist z.B. öffentlichen Raum (dort gibt es die meisten Delikte) unattraktiv für Vandalen zu machen. "Und das schafft man, indem man diesen hell und hochwertig gestaltet, dann ist die Hemmschwelle höher, so Kathrin Stiebellehner von der JKU.
(gs)