Es ist bereits der dritte Fall eines Kohlenmonoxidaustritts in Niederösterreich innerhalb weniger Tage. In Großmugl (Bezirk Korneuburg) führte ein verstopftes Abzugsrohr eines Ölofens im Heizraum eines Hauses zum Freiwerden des gefährlichen Gases. Vier Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, eine 19-Jährige muss stationär behandelt werden.
Tückisches Gas löschte am Montagabend beinahe ein junges Leben aus: Lisa M. verbrachte in ihrem Elternhaus in Großmugel mit Freundin Birgit K. einen gemütlichen Abend. Lisa klagte über starke Kopfschmerzen, also verließ Birgit ihre Freundin. Lisas Zustand verschlechterte sich dramatisch: Zu den Kopfschmerzen gesellte sich Übelkeit und Schwindel. Panisch rief Lisa ihren Vater an.
Günther M. erkannte den Ernst der Lage und alarmierte umgehend den Notarzt. Er setzte sich ins Auto und raste zu seiner Tochter. Auch Lisas Freund Sebastian machte sich hastig auf den Weg zu Lisa. Dann ging alles blitzschnell: Der Notarzt stellte einen CO-Wert von über 300 fest (Vergleich: letzte Woche in Blumau mit 13 Verletzten waren es 180).
Die herbeigerufene Polizei und Feuerwehr agierten dann bilderbuchmäßig. Sofort wurden alle Fenster und Türen aufgerissen, das Haus wurde evakuiert. "Wir sind in den Heizraum, das Ofenrohr war total verstopft mit Asche", so Einsatzleiter Herbert Schabl (33).
Lisa wurde mit der Rettung ins Stockerauer Spital gebracht, Vater Günther, Freund Sebastian und Freundin Birgit wurden ambulant behandelt. Sonja Kellner vom Roten Kreuz warnt: "Ein kurzer Aufenthalt in der vergifteten Umgebung endet bereits tödlich."
Rotes Kreuz warnt vor Gefahren
Das Rote Kreuz warnt eindringlich vor der Gefahr von Kohlenmonoxid. Bestehe der Verdacht, dass eine Gastherme defekt sei - wenn mehrere Anwesende über Symptome wie Kopfweh, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot klagen - müsse man sofort Feuerwehr und Rettung verständigen sowie die Wohnung verlassen. Schon ein kurzer Aufenthalt in der vergifteten Umgebung könne tödlich enden, so die Rettungsorganisation.
Dritter Vorfall in NÖ
Vor wenigen Tagen war in einem Mehrparteienhaus in Blumau-Neurißhof (Bezirk Baden) Kohlenmonoxid ausgetreten. Das Objekt musste evakuiert werden. 13 Personen wurden vorübergehend ins Krankenhaus eingeliefert. Als mutmaßliche Ursache für den Unfall nannte die Polizei einen durch einen Ziegelstein verlegten Rauchfang.
Zwei Verletzte hat am Freitagabend ein Gasaustritt in einer Wohnung in Stockerau (Bezirk Korneuburg) zur Folge gehabt. Ein Paar verständigte die Einsatzkräfte, weil es Gasgeruch wahrgenommen hatte und in der Folge über Schwindel, Kopfweh sowie kurze Ohnmacht klagte. Der Mann und die Frau schafften es aber noch selbst, ihre Wohnung zu verlassen. Sie wurden ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert.
Zwischenfall auch in Salzburg
Auch in Salzburg kam es zu einem Gas-Zwischenfall. In radstadt war beim Umpumpen einer Flüssigkeit Reizgas ausgetreten. Die zehn Arbeiter, die mit dem Umpumpen beschäftigt waren, klagten über Atembeschwerden und mussten ins Krankenhaus.
(Joachim Lielacher/ red)